Top 10 bei meiner ersten WM

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Einen Tag nach der 70.3 EM in Wiesbaden saß ich bereits im Flieger nach Australien, so hatte ich drei Wochen, um mich in Down Under auf die WM vorzubereiten. Der Plan war, nach einer regenerativen Eingewöhnungswoche eine letzte harte Trainingswoche folgen zu lassen, um die Form für die WM nochmals zuzuspitzen. Wir bereiteten uns besonders auf ein schnelles Schwimmen und Laufen vor. Die tollen Trainingsbedingungen in und um den Austragungsort der WM, Mooloolaba, eigneten sich bestens dafür und ich hatte eine harte, aber sehr schöne Zeit. Der australische, sehr entspannte Lifestyle und auch der frühe Start in den Tag, den einem die Locals vorleben, gefiel mir sofort und wurde von mir direkt kopiert.

Gutes Essen und noch besseren Kaffe findet man in Mooloolaba an jeder Ecke. Dieser glückliche Umstand ermöglichte es mir, mich vor, nach oder auch zwischen meinen Einheiten bestens zu verpflegen und mir einen Koffeinkick zu holen, wenn ich einen Boost brauchte.img_1195Jedes Schwimmbad ist in Australien komplett durchgeleint und im Straßenverkehr wird viel Rücksicht auf Radfahrer genommen. Läufer trifft man zu jeder beliebigen Zeit an der Promenade und am Strand und auch das angenehm temperierte Meer lud mich das ein oder andere Mal zu einer Freiwassereinheit ein. Ich fühlte mich wie im Triathlontrainingsparadies. Begeistert von den tollen Bedingungen, freute ich mich auf jeden Tag und jede Einheit, auch wenn mein Trainer die ein oder andere harte Einheit für mich bereit hielt. Ich genoß die Tage bis zu meiner ersten WM in vollen Zügen. Der Renntag kam stetig näher und Mooloolaba wurde immer mehr von Triathleten besiedelt, bis diese omnipräsent waren. Währenddessen reduzierte sich mein Trainingsumfang langsam und meine Nervosität stieg dagegen stetig an.img_0667An meine erste WM Teilnahme hatte ich im Vorfeld keine großen Erwartungen geknüpft. Natürlich wollte ich aber versuchen, das Beste aus mir heraus zu holen, um so zu sehen, wo ich in einem der stärksten Felder, die es jemals auf der 70.3 Distanz gab, lande.

Mir war klar, dass es ein sehr schnelles Schwimmen geben würde und dass es auf dem Rad vermutlich zu einer großen Gruppe kommen könnte, da die ersten 40Km flach auf einer Autobahn verlaufen und der Radkurs wenige selektive Passagen bereit hält. Mir war bewusst, dass diese Tatsache mir nicht unbedingt in die Karten spielt. Bereits im Vorfeld stellte ich mich mental auf einen für mich ungünstigen Rennverlauf ein und wusste, dass mich vermutlich ein einsames Rennen erwartet.dsc03478Am Renntag war das zuvor oft wellige Meer wunderbar ruhig und der Sonnenaufgang zauberte eine einzigartige Stimmung herbei. Ich hatte einen guten Start und konnte eine meiner besten Schwimmleistungen in diesem Jahr abrufen. Das dies dennoch bei weitem nicht für die Spitzengruppe reichte, war mir natürlich klar. So versuchte ich, wie so oft in diesem Jahr, meine Aufholjagd auf dem Rad zu starten. Anfangs konnte ich einige Athletinnen überholen und sehr gute Wattwerte fahren. Als mir am Wendepunkt auf der Autobahn jedoch eine circa 12 Frauen umfassende Gruppe entgegenkam, die sichtlich zu kurze Abstände fuhr, wusste ich, dass es für mich unmöglich werden würde meinen Rückstand auf der flachen Strecke aufzuholen. Ich versuchte, mich von nun an damit zu motivieren, den Rückstand wenigstens nicht weiter wachsen zu lassen. Da es auf der Radstrecke keinerlei Zeit- oder Platzierungsinformationen gab, musste ich mich vollends auf mein Gefühl und die Daten meines SRMs verlassen.14237725_852802188154165_381137597819088091_nLeider zeigte nach einiger Zeit genau dieses jedoch nicht mehr die Werte an, die ich im Vorfeld anvisiert hatte. Seit langer Zeit erlebte ich erstmals, wie sich ein richtig schlechter Radtag anfühlt. Im Kampf um die Wattwerte, gegen die muskuläre Ermüdung und zunehmenden Gegenwind war es eine große Herausforderung, mental nicht in eine negative Spirale zu geraten, sondern weiter zu pushen und den Glauben an eine gute Rennleistung nicht zu verlieren.

Kurz vor T2 bekam ich durch meinen Trainer Philipp Seipp dann endlich den ersten Split und Informationen über meinen Rückstand. Überraschenderweise war mein Rückstand einigermaßen gleich geblieben und ich wechselte motiviert in meine Laufschuhe. Der erste KM der Laufstrecke ging erstmal kontinuierlich einen langen Anstieg hinauf und danach wieder in einer langen Geraden bergab. Ich konzentrierte mich erstmal darauf, meinen Rhythmus zu finden, konnte jedoch in der Ferne bereits die ersten Damen vor mir erspähen. So startete ich mit der zweitschnellsten Halbmarathonzeit des Tages eine Aufholjagd, die mich von Platz 14 auf Platz 7 vorlaufen lies. Im Ziel fehlten nur wenige Sekunden auf Platz 6 und 5, welche von den Weltklasseathletinnen Annabel Luxford und Caroline Steffen belegt wurden.

Auf meine Platzierung in diesem Feld und auch auf meinen Kämpfergeist bin ich rückblickend sehr stolz. Als ich im Anschluss einige meiner Konkurrentinnen über das „blue girl“  ( bezogen auf meinen blauen Rennanzug) reden hörte, wusste ich, dass sich meine Reise nach Australien gelohnt hat und ich eine kleine internationale Duftmarke hinterlassen konnte. Zwei Tage nach dem Rennen stieg ich wieder in den Flieger zurück nach Deutschland und freute mich sehr, hier von schönstem Sommerwetter begrüßt zu werden.

Für mich ist dennoch die Zeit gekommen, um Körper und Geist Zeit für eine Pause und zur Regeneration zu geben. Meine Saison startete bereits Anfang April und insgesamt habe ich sieben Mitteldistanzen absolviert, von denen ich drei in Folge gewinnen konnte.

Ich blicke somit auf meine bislang erfolgreichste Saison zurück und freue mich darüber, weder körperlich noch mental ausgelaugt zu sein und mich eigentlich noch sehr frisch zu fühlen. Dennoch entscheide ich mich für die frühe Pause, damit ich wieder früh mit meinem Saisonaufbau beginnen kann, da wir dies bereits im letzten Jahr so machten und dies sicher der Grundstein für meine diesjährigen Leistungen war.img_0674Ich möchte mich auf diesem Wege bei meinen Sponsoren und Partnern, meinem Trainer, meiner Familie, meinen Freunden und allen, die mich unterstützen sehr herzlich bedanken, denn ohne Euch wäre die volle Konzentration auf den Sport und die damit verbundenen Erfolge nicht möglich.

Ich wünsche Euch allen noch eine schöne Restsaison und im Anschluss eine verdiente Pause, in der ihr neue Kraft tanken könnt!

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wenn es bei mir wieder losgeht.

Bis bald!
Eure Laura

3. Platz bei der Ironman 70.3 EM

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Nach meinem Start bei der Mainova-Staffel beim Ironman Frankfurt, bei welchem ich unter Rennbedingungen von jeder Disziplin die Hälfte absolvierte, ging es für mich nach einer Ruhewoche über Zürich nach Sankt Moritz in mein letztes Trainingslager für diese Saison.

In Zürich führte ich bei Trainings and Diagnostics ein paar Testings durch, um mit aktuellen Werten in die Berge zu reisen. Die drei Trainingswochen verliefen sehr gut und ich konnte die Ruhe der Berge genießen, viele Höhenmeter sammeln und weiter an meiner Form für die 70.3 EM und WM feilen. Eine Woche vor dem Rennen in Wiesbaden fuhr ich wieder nach Hause, um mich für das Rennen zu regenerieren.

Bereits Freitags reiste ich nach Wiesbaden, um die Strecke nochmals zu besichtigen und einige Presse Termine zu absolvieren. Die Startliste der Damen, zeigte das stärkste Feld, das Wiesbaden seit 10 Jahren präsentieren konnte. Mit Melissa Hauschild und Jodie Swallow, waren gleich zwei Ironman 70.3 Weltmeisterinnen gemeldet. Das Rennen versprach also schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaften in drei Wochen zu werden.

Der Rennmorgen war ein sonniger Tag, mit angenehmen Temperaturen, perfektes Rennwetter also. Nach der Auftaktdisziplin im Wasser wechselte ich als 15. mit mehr als 3 Min Rückstand auf die Spitze auf die Radstrecke. Ein Rückstand, mit dem ich auf die super starke Schwimmerin Jodie Swallow schon gerechnet hatte.

Von nun an begann für mich die Aufholjagd. Ich konnte über die 90 Km lange und sehr bergige Radstrecke kontinuierlich Plätze gut machen und kam schon bis bis zum zweiten Wechsel auf Platz 4 nach vorne. Leider erlebte ich zum erste Mal in meiner bisherigen Profilaufbahn, wie unfair manche Athletinnen auf der Radstrecke fahren können. So wurde ich zum Zugpferd für so manche Fahrerin, von denen jedoch einige mit Zeitfahrstrafen bestraft wurden.

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Fotos von Marcel Hilger

Nach einem guten Wechsel in die Laufschuhe versuchte ich auf der anspruchsvollen, aber schönen Laufstrecke meinen Rhythmus zu finden. Vor mir waren zu diesem Zeitpunkt die Führende Australierin Melissa Hausschildt, die Britin Jodie Swallow, und die deutsche Anja Beranek. Ich konnte auf Anja kontinuierlich Zeit gut machen und so in der dritten von vier Runden an ihr vorbeilaufen. Auf Platz zwei hatte ich zu diesem Zeitpunkt ca eine Minute Rückstand. Nach ganz vorne leider bereits mehr als 6 Minuten. Da ich an diesem Tag leider insgesamt nicht die besten Beine hatte, war ich froh, mich so weit nach vorne gekämpft zu haben und glücklich am Ende als Dritte ins Ziel einzulaufen und mir somit meinen Traum von einem Podiumsplatz bei der 70.3 EM zu erfüllen.

13921109_10210338861573070_1477336554631538306_nZwar konnte ich diesen Rang bereits 2014 erzielen, bei dem diesjährigen Feld, ist die Bedeutung jedoch doppelt so groß.

Bereits einen Tag nach dem Rennen ging es für mich nach Australien weiter. Dort bin ich nun nach einer langen Reise angekommen und versuche mich optimal auf mein letztes Rennen in dieser Saison vorzubereiten. Die Teilnahme an den Ironman 70.3 Weltmeisterschaften ist bereits seit einigen Jahren ein Traum von mir und ich freue mich sehr darauf, mir diesen am 4. September zu erfüllen. Die Sunshine Coast ist ein wunderschöner Austragungsort und da ich bereits zuvor schon zweimal in Australien war, fühlt sich vieles direkt sehr vertraut an. Auf Facebook und Instagram werde ich Euch regelmäßig über meine Vorbereitung und das Rennen auf dem Laufenden halten und ich freue mich, wenn ihr mich dort verfolgt und mir von Zuhause die Daumen drückt!

Bis bald,

Eure Laura

I am Veggie

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Carola Felcher von Ironman hat mir neulich ein paar spannende Fragen zum Thema vegetarische Ernährung gestellt. Den Text findet ihr auf der Ironman Seite unter:

http://eu.ironman.com/triathlon/news/articles/2016/06/vegetarianism-and-long-distance-racing.aspx#axzz4B3uVKEpu

Die vollständigen Fragen und Antworten habe ich Euch hier nochmal zusammengestellt:

Wie lange ernährst du dich schon vegetarisch, wie kamst du dazu?

ich esse eigentlich schon mein leben lang vegetarisch. Ich habe als Kind alles angeboten bekommen, war aber nie wirklich scharf darauf. Als dich dann nach einem Umzug aufs Land mitbekommen habe, wie Tiere geschlachtet werden, ist mir dann voll und ganz die Lust am Fleischessen verloren gegangen.
Ich habe Tiere einfach lieber lebendig und bin auch nicht damit einverstanden, unter welchen Umständen Tiere in der Massentierhaltung leben und für uns Menschen leiden müssen und möchte dies nicht durch meinen Konsum unterstützen.

Musstest du dich danach mehr mit deiner Ernährung beschäftigen, um leistungsfähig zu bleiben?

Als meine Eltern meine Abneigung gegen Fleisch merkten, sorgten sie dafür, dass mir vegetarische Alternativen zur Verfügung standen. So kam ich schon früh in Kontakt mit Sojaprodukten und lernte Hülsenfrüchte und auch Milchprodukte als wichtige Eiweißquellen schätzen.
Somit musste ich mir selbst wenig Gedanken über eine ausgewogene Ernährung machen, sondern sie nach meinem Auszug bei meinen Eltern einfach nur eigenständig weiterführen.

Viele haben, besonders wenn sie sich vegan ernähren, das Gefühl schlapp zu sein. Hattest du das auch und wie kann man gegensteuern?

Ich habe mich bisher nur einmal ein paar Monate vegan ernährt, als ich in Asien unterwegs war. Die Asiaten essen kaum Milchprodukte und somit ernährt man sich als Vegetarier dort automatisch vegan. Mir ging es sehr gut zu dieser Zeit, allerdings habe ich dort kaum Sport gemacht und kann deshalb nicht beurteilen, wie es mir mit einem hohen Bewegungspensum gegangen wäre.
Durch die vegetarische Ernährung fühle ich mich eigentlich nie schlapp. Ich esse automatisch sehr viel Gemüse, Obst, Getreide und Milchprodukte und fühle mich damit rund um gut versorgt. Schlapp fühle ich mich vielleicht nur dann mal, wenn ich zu wenig Kohlenhydrate esse, oder zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen habe.

Worauf sollte man achten als „vegetarischer Mitteldistanzler“?

Ich denke als Vegetarier gibt es, besonders wenn man hohe Trainingsumfänge absolviert ein zwei Parameter, die man immer mal wieder kontrollieren sollte, bzw. für die man ein gutes Körpergefühl entwickeln muss.
Besonders bei Frauen ist dies das Thema Eisen, aber auch Vitamin D. Aber auch in punkto Eiweiß entfallen durch den Verzicht auf Fleisch, ein paar effektive schnell zu verwertende Eiweißquellen. Leider wird das Eisen und auch das Eiweiß aus pflanzlichen Quellen nicht so gut von unserem Körper aufgenommen, wie aus den tierischen. Aber wer ein bisschen recherchiert und bestimmte Lebensmittel clever miteinander kombiniert, erfährt auch hier keinen Nachteil gegenüber den Fleischessern.
Beim Eisenspiegel können sich aber auch regelmäßige Blutkontrollen und evtl. eine Substitution lohnen.
Als Veganer ist das ganze natürlich noch etwas komplizierter, da einem Molkeeiweiß aus Milchprodukten als effektivste fleischlose Eiweißquelle entfällt.
Hierbei ist es wichtig, sich ausreichend pflanzliche Alternativprodukte zu besorgen. Da die pflanzlichen Eiweißquellen leider immer minderwertiger sind, muss die Menge, die man zuführt deutlich nach oben geschraubt werden, was sich häufig auch auf den Geldbeutel auswirkt. Mandelmuß, Nüsse, Soja, Seitan, Hanfprotein sind super lecker und gesund, haben aber auch ihren Preis.

Was hat der Verzicht auf Fleisch mit deinem Körper/Kopf gemacht?

Da ich es nicht wirklich anders kenne, fühle ich mich gut so wie es ist. Würde ich Fleisch essen, würde ich mich extrem schlecht fühlen. Ich habe das Gefühl, das mein Körper die Materie Fleisch gar nicht mehr verstoffwechseln kann und auch mein Kopf/Geist würde unter dem Konsum extrem leiden, da ich die Maschinerie und die Ausbeutung der Tiere nicht für meinen eigenen Konsum und kurzweiligen Genuss unterstützen möchte.

Wie machst du das auf Reisen, insbesondere bei Homestays oder im Hotel? Sagst du vorher Bescheid, bringst du deine eigene Verpflegung mit etc.?

Bisher hatte ich nie Probleme etwas passendes zu Essen für mich zu finden und bin auch immer auf offene und neugierige Menschen gestoßen, die sich für meine Ernährung interessierten und mir halfen Fleischalternativen zu finden.
Häufig greife ich aber auch selbst zum Kochlöffel und koche z.B. meinem Homestay mal ein leckeres vegetarisches Essen und meistens sind die Leute begeistert davon und überrascht wie gut es schmeckt und kommen zu dem Schluss, dass man gar nicht zu jeder Mahlzeit Fleisch essen muss.

Vegetarische Ernährung ist inzwischen ja weit verbreitet. Bekommst du trotzdem manchmal noch spitze Kommentare zu hören oder wird versucht, dich zum Fleischessen zu „verführen“?

Nein, eigentlich bekomme ich nie etwas Negatives zu hören.
Ich stoße auf viel Rücksichtnahme und Toleranz. Und wer nach dem Motto „Fleisch ist mein Gemüse“ lebt, der kann mir bei einem gemeinsamen Essen gerne seine Beilagen herüberschieben. ;-)

Was empfiehlst du als vegetarisches/veganes Ernährungskonzept während des Rennens?

Wer ernährt sich denn im Rennen mit Fleisch oder Milchprodukten? Ich glaube, im Rennen sind wir alle als Vegetarier oder Veganer unterwegs, da dies am besten bekömmlich ist und wir ja primär Kohlenhydrate und schnell verfügbare Zucker brauchen.

Hast du vor demnächst auf die Langdistanz zu wechseln: Wenn ja, inwiefern passt du deine vegetarische Ernährung an?

Ich habe mir darüber um ehrlich zu sein noch wenig Gedanken gemacht, da mich die Mitteldistanz aktuell am meisten reizt und ich habe noch einiges zu tun, um noch schneller zu werden und mich auch international in der Spitze etablieren zu können.
Sollte mir dies gelingen, werde ich vielleicht mit ein paar mehr Trainingsjahren in den Knochen, ein schnelles Langdistanzdebüt aufs Parkett zaubern können.
Die Ernährungsweise werde ich mit steigenden Umfängen nur in der Menge anpassen müssen, ansonsten wird es mir vermutlich an nichts fehlen.

 

Ihr braucht Ideen für leckere vegetarische Gerichte?

Dann schaut Euch doch mal meine Kochsession mit der Tri-Time an:

Deutsche Meisterin über die Mitteldistanz

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Ich konnte am Sonntag in Heilbronn mein drittes Rennen in Folge gewinnen und mir den deutschen Meistertitel über die Mitteldistanz sichern. Ich bin glücklich über dieses tolle Ergebnis, auch wenn das Rennen nur im Duathlonformat ausgetragen werden konnte.

Bereits einige Tage vor dem Rennen wurde uns vom Veranstalter mitgeteilt, dass aufgrund der Wasserqualität und des Pegels ein Schwimmen im Neckar nicht möglich sein wird und dass das Rennen im Duathlonformat ausgetragen werden muss.

So standen ein 5Km Auftaktlauf, eine sehr hügelige 93Km lange Radstrecke und ein abschließender Halbmarathon auf dem Programm.

Obwohl ich wenig Erfahrung im Duathlon habe, freute ich mich auf die neue Herausforderung.

Die Hauptkonkurrenz sah ich für dieses Rennen in meiner Erdinger Teamkollegin Julia Gajer, die den deutschen Meistertitel in den letzten Jahren inne hatte und der Duathlon Vizeweltmeisterin Julia Viellehner. Die zwei Julias musste ich nun also am Renntag irgendwie distanzieren und diesen Versuch auf dem Rad zu unternehmen, schien mir als die beste Lösung.

So ging ich die ersten fünf Laufkilometer zwar zügig, aber kontrolliert an, um mich nicht schon vor dem Radfahren auszupowern. Es gelang mir dennoch den Rückstand auf Julia V. (die beste Läuferin im Feld) gering zu halten und so konnte ich bereits 15 Sekunden nach ihr auf die Radstrecke wechseln.

Doch dort passierte mir leider gleich ein Missgeschick. Als ich über Bahngleise fuhr, welche die Strecke kreuzen, flog mir durch das Geruckel meine Gelflasche aus der Halterung, so dass ich vom Rad steigen musste, um sie wieder aufzusammeln. Obwohl ich dadurch einige Sekunden verlor, war dieser Schritt absolut richtig, denn ohne meine „Pampe“ wäre es ein sehr sehr langer Tag geworden. Ich kann mittlerweile viel Nahrung auf dem Rad zu mir nehmen und dies ist sicher auch ein Baustein zu meinen aktuellen Erfolgen. So kann ich konstant hohe Wattwerte fahren und komme dennoch mit gut gefüllten Speichern auf die Laufstrecke.

Auf dem Rad begann ich nun meinen Plan umzusetzen und freute mich über sehr gute Leistungsdaten. Dies beflügelte mich und half mir, fokussiert zu arbeiten und konstant hohen Druck auf die Pedale zu bringen. Nach 5 Km konnte ich die bis dato Führende Julia V. überholen und meine Verfolgerin Julia G. gelang es mir nach dem ersten Drittel der Radstrecke zu distanzieren und so entstand tatsächlich der erhoffte Vorsprung. Beim zweiten Wechsel auf die Laufstrecke betrug mein Vorsprung bereits knapp über 6min. Ich konnte es kaum glauben!

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Fotos: Marcel Hilger

Das harte Radfahren ließ mich dennoch an meiner Lauffähigkeit zweifeln. Aber dieses Risiko wollte ich einfach eingehen, denn wer nichts riskiert, der nichts gewinnt…

Die Beine waren zwar müder als gewöhnlich, aber nach den ersten Laufkilometern des abschließenden Halbmarathons merkte ich auch, dass ein solider Lauf noch möglich ist und mir mein Vorsprung bis ins Ziel reichen kann.

Leider konnte meine Teamkollegin Julia Gajer das Ziel nicht erreichen, gerne hätte ich mir mit ihr ein Duell um den Titel geliefert.

So wurde meine direkte Verfolgerin an diesem Tag die Duathlonspezialistin Julia V., die mir durch die schnellste Laufzeit des Tages zwar noch zwei Minuten näher kam, mir den Tagessieg und somit den deutschen Meister Titel aber nicht mehr nehmen konnte.

Das Podium der Damen wurde durch Lena Berlinger komplettiert, eine Athletin, die ich von meinen Starts im Rhein- Neckar Cup und beim Transvorarlberg Triathlon kenne und schätzen gelernt habe. Auf diesem Wege auch nochmal herzlichen Glückwunsch an die beiden!

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Ein großes Dankeschön möchte ich allen Zuschauer, Athleten, Helfer und meinem Support Team an der Strecke aussprechen,  denn ohne eure Unterstützung wäre mein Tag nicht so perfekt verlaufen! THANKYOU!!!

Die nächsten Wochen werde ich nun der Erholung und dem Training für meine zweite Saisonhälfte widmen.

Durch meine zwei Ironman 70.3 Siege und die beiden Top 10 Platzierungen in den USA Rennen habe ich mich im ersten Durchlauf für die Ironman 70.3 WM in Australien qualifiziert und möchte mich dieser Herausforderung am 4.September stellen. Vor dem WM Rennen werde ich noch bei der 70.3 EM in Wiesbaden starten und versuchen, meinen dritten Platz aus dem Jahr 2014 zu toppen. Die nötige Kraft und Energie werde ich mir im Vorfeld durch einen dreiwöchigen Trainingsaufenthalt in den schweizer Bergen holen.

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Ein kleiner Renneinsatz wartet in zwei Wochen noch auf mich, da ich beim Ironman Frankfurt für den neuen Titelsponsor des Rennens innerhalb der Mainova-Staffel antreten werde.

Hierbei werde ich mir mit drei weiteren Teilnehmern die Langdistanz teilen, wobei ich von jedem der drei Parts die Hälfte übernehmen werde und somit am Ende eine Mitteldistanz absolviere.

Ich freue mich bereits auf meine Staffelpartner, eine gute „Trainingseinheit“ und darauf Langdistanzluft zu schnuppern, ohne wirklich eine Langdistanz machen zu müssen! ;-)

Bis bald,

Eure Laura

Zweiter Sieg in Folge beim Ironman 70.3 St.Pölten

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Nachdem ich mir nach der Regenschlacht von Mallorca einen hartnäckigen Infekt zugezogen hatte, war ich mir lange nicht sicher, ob ich überhaupt in St.Pölten starten kann. Doch das Bangen und konsequente Ausruhen haben sich gelohnt.

Letztes Jahr wurde ich in St.Pölten hinter Anja Beranek und Nicola Spirig dritte. Die Stadt, die Rennstrecken und die tolle Organisation hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck und ich habe mich sehr auf meinen erneuten Start an einem der schönsten Flecken Österreichs gefreut. Deshalb reiste ich auch, obwohl noch nicht ganz fit, bereits 4 Tage vor Rennstart an und hoffte von da an auf eine schnelle Genesung, die mir einen Start am Sonntag ermöglichen sollte. Das Wetter wurde immer besser und meine Vorfreude auf ein Rennen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen stieg stetig. Lediglich die zwei Seen, die man in St.Pölten, getrennt von einem langen Landgang, durchschwimmen muss, waren mit ihren 15 Grad eine extreme Herausforderung und bescherten mir am Renntag ziemliche Kreislaufprobleme.

Mit einem Kopfsprung ins eisige Wasser startete das Rennen. Das Schwimmen verlief für mich gut und ich konnte in der Verfolgergruppe mit weniger als 2 Min. Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser steigen. Nachdem ich mich torkelnd in der Wechselzone eingefunden hatte und meinen Wechsel mühsam vollzog, begann der rasante Radkurs. Die ersten 20Km verlaufen auf einer gesperrten Autobahn und später geht es durch die wellige Wachau entlang der Donau, gespickt mit ein paar Bergen, zurück nach St.Pölten.

Auf dem Rad fühlte ich mich gut und konnte meine anvisierten Werte fahren. Die Information, dass ich auf Platz 3 liegend nur wenig Rückstand zur Spitze hatte, motivierte mich weiter. Ich wusste natürlich, dass ich auf Anja Beranek und Yvonne van Vlerken, beides sehr starke Radfahrerinnen und meine größten Konkurrentinnen an diesem Tag, nicht zu viel Zeit verlieren durfte. Mit einem Rückstand von nur noch 1:45Minuten zur Spitze, kam ich in der zweiten Wechselzone an, diesmal ohne Kreislaufprobleme und mit schnellem Wechsel.Ironman703StPölten2016Auf den zwei zu absolvierenden Laufrunden entlang der Traisen und durch das Stimmungsnest in der St.Pöltener Innenstadt und entlang des Zielbereichs, konnte ich kontinuierlich Zeit gutmachen. Ich fand in einen flüssigen Laufrhythmus und auf der zweiten Runde gelang es mir sogar die Führung zu übernehmen. Getragen von den Zuschauern und dem berauschenden Gefühl, das Rennen gewinnen zu können, überquerte ich nach 4:22h und mit der schnellsten Laufzeit des Tages, überglücklich und sprachlos die Ziellinie.

Zwei Ironman 70.3 Siege in nur zwei Wochen, das hätte ich mir selbst kaum zugetraut. Aus diesen tollen Erfolgen schöpfe ich viel Selbstvertrauen und Zuversicht für meinen weiteren Saisonverlauf und bestätigt mein Team und mich auf unserem Weg.Meine Glückwünsche gehen an meine beiden sehr fairen und sympathischen Konkurrentinnen Yvonne und Anja, die das Podium an diesem Tag komplettierten. Es ist schön, mit Weltklasseathletinnen Rennen zu bestreiten und zu spüren, dass wir auch bei den Frauen immer enger zusammenrücken und eine größere Leistungsdichte entsteht. Ironman703StPölten2016-4Nachdem ich nun bereits Ende Mai 4 Mitteldistanzen absolviert habe, ist es nun an der Zeit, meinen Infekt zu 100% loszuwerden und wieder geregelt zu trainieren. Wenn die Rennen im Zwei-Wochen-Takt liegen, fällt es schwer, weiter an der Form zu feilen, da man sich entweder erholen, oder schon wieder für das nächste Rennen rausnehmen muss.

Mein nächstes Rennen wird die Challenge Heilbronn sein, welche dieses Jahr der Austragungsort der Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz sein wird. Um diesen Titel möchte ich gerne mitkämpfen und hoffe, am 19.Juni topfit an der Start Linie zu stehen.

Danke an alle, die mich auf meinem Weg unterstützen!

Eure Laura

Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca

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Nach meinen zwei Warm-up-Rennen in den USA, ging für mich am vergangenen Samstag die europäische Triathlonsaison los. Ich reiste dafür auf meine Lieblingsinsel Mallorca mit der Hoffnung auf ein sehr gutes Rennen. Die Vorzeichen im Training waren gut und je näher das Rennen rückte, umso größer wurde meine Vorfreude.

Noch bei Sonnenschein landete ich auf der Insel und nutzte die letzten zwei Tage vor dem Rennen nochmal, um mir besonders die Radstrecke anzuschauen, doch das Wetter wurde zunehmend schlechter. Auf die Tri-Mag schrieben sie schon von der bevorstehenden „Regenschlacht von Alcudia“, ich wollte dies zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht glauben.

Aber es kam am Rennmorgen leider genau so. Es regnete in Strömen und auf den Straßen sammelten sich riesige Sturzbäche und Pfützen. Ich beschloß, meine morgendlichen Vorbereitungen auf ein Minimum zu reduzieren und nur noch im Neo nach draußen zu gehen. Die ganze Szenerie kam mir unwirklich vor, aber irgendwie hatte es auch etwas Abenteuerliches und Spannendes. Wie würden wir mit den Bedingungen zurecht kommen? Wie würde sich das Schwimmen im aufgewühlten Wasser anfühlen? Wie würde die Abfahrt auf nassem Untergrund klappen? Fragen über Fragen, die mir vor dem Start durch den Kopf gingen. Mich beruhigte jedoch das Wissen, dass ich schon zu häufig im Regen gefahren bin und mein Rad und die veränderten Bremsverhältnisse gut einzuschätzen weiß. Und so freute ich mich sogar ein bisschen darauf…

Das Schwimmen lief durchwachsen, leider verpasste ich wieder mal den Anschluss an die Gruppe und durfte alleine die Auftaktdisziplin bewältigen. Durch das wellige Wasser und den Kontakt mit einigen Feuerquallen, war das Schwimmen unsere erste harte Probe an diesem Morgen. Meine Verbrennungen beschränken sich zum Glück nur auf die untere Extremität und ich sollte von den Schmerzen erst in den Tagen nach dem Rennen zehren.

IM703Mallorca2016-1Mit 2 Min Rückstand auf die Spitze um die Olympiasiegerin Nicola Spirig und die Duathlonweltmeisterin von 2015 Emma Pallant, wechselte ich als Neunte auf mein Rad. Nun begann meine Aufholjagd und ich konnte kontinuierlich den Druck erhöhen und viele Plätze gut machen. Mein Plan war es, spätestens auf der Abfahrt ganz vorne zu sein und er ging tatsächlich auf. Ich konnte die Radstrecke sehr gut bewältigen und fuhr mir sogar auf den abschließenden flachen, aber windigen 30Km einen Vorsprung von 3:50 auf meine Verfolgerin Spirig heraus.

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Ich wusste, dass sie die beste Läuferin im Feld ist und war sehr dankbar, als ich beim Wechsel von meinem Vorsprung erfuhr. Erstmals ließ ich den Gedanken zu, dass mir dieser Puffer vielleicht sogar reichen könnte. Zunächst gab es noch 21,1Km zu bewältigen und diese hatten es bei Dauerregen ziemlich in sich. Die Strecke ist gespickt mit Kurven und Wendepunkten und man musste vorsichtig Laufen, um nicht zu stürzen. Ich fühlte mich trotz des harten Radfahrens jedoch erstaunlich gut und verlor weniger Zeit auf meine Verfolgerin, als befürchtet. Angetrieben von den Zuschauern, konnte ich auf den letzten Kilometern mit einem Vorsprung von 3 Min meinem ersten Ironman 70.3 Sieg entgegen laufen. Das Podium wurde durch Nicola Spirig und Emma Pallant komplettiert.

Meine Freude über diesen Sieg ist unendlich groß und gibt mir Zuversicht für meine weiteren Rennen.

Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung, das Daumendrücken und Eure lieben Glückwünsche nach dem Rennen!!!!

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Die nächsten Tage stehen nun ganz im Fokus der Erholung, damit ich in eineinhalb Wochen beim Ironman 70.3 St.Pölten erneut angreifen kann.

Bis dahin, Eure Laura

Saisoneinstieg in den USA

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Meine Rückkehr liegt nun bereits ein paar Tage in der Vergangenheit, der Jetlag ist verschwunden und ich konnte meine Gedanken und Eindrücke in den ersten ruhigen Trainingseinheiten sortieren.

Rennen alleine in Amerika zu bestreiten, ist gar nicht so leicht.
Je näher die Rennen rückten, desto mehr Unbekannte traten auf. Wie komme ich mit der Zeitverschiebung zurecht? Bin ich tatsächlich bereit für ein Rennen dieses Kalibers? Funktioniert mein Material? Wie finde ich in den Wettkampf nach 8 Monaten Rennpause? Finde ich Trainingsgelegenheiten? Und werde ich während des Rennes irgendwelche Informationen erhalten?
Fragen über Fragen, die mich auf der langen Reise, aber auch in den Tage und Stunden vor dem ersten Rennen, quälten.
Nach durchwachsenem Schwimmen und ordentlicher Radleistung gelang mir eine solide Laufleistung, die mich schlussendlich auf den 7. Rang des 70.3 Oceanside beförderte. Viel mehr als die Splits freute ich mich über das erste Finish inmitten großer Namen der Szene.
Der Restart war also gelungen, wenngleich natürlich noch Luft nach oben ist.

7 Tage und einen Flug später bestritt ich das Rennen in Galveston (Texas), das sowohl von den Strecken als auch vom Klima ganz andere Anforderungen an mich stellte. Noch nicht vollständig erholt, aber ein wenig selbstsicherer konnte ich bereits ein paar Fortschritte machen.
Im Schwimmen gelang es mir den Rückstand in Grenzen zu halten, sodass die Spitze auf dem Rad erreichbar schien. Leider machten mir ganz und gar ungewohnte Krämpfe an diesem Tag das Leben schwer. Sie zwangen mich nach etwa 50 der 90 Radkilometer mein Tempo erheblich zu drosseln und begleiteten mich auch während des Laufes. Umso verwunderter aber glücklich war ich am Ende über den zweitbesten Radsplit des Tages und die Tatsache ins Ziel gekommen zu sein.

Die kommenden zwei Wochen nutze ich nun für den Feinschliff meiner Form, bevor ich nach Mallorca zum 70.3 Ironman aufbreche.

Ich wünsche euch allen einen guten Saisonstart!
Eure Laura