Sieg beim Ironman 70.3 Mallorca

Nach meinen zwei Warm-up-Rennen in den USA, ging für mich am vergangenen Samstag die europäische Triathlonsaison los. Ich reiste dafür auf meine Lieblingsinsel Mallorca mit der Hoffnung auf ein sehr gutes Rennen. Die Vorzeichen im Training waren gut und je näher das Rennen rückte, umso größer wurde meine Vorfreude.

Noch bei Sonnenschein landete ich auf der Insel und nutzte die letzten zwei Tage vor dem Rennen nochmal, um mir besonders die Radstrecke anzuschauen, doch das Wetter wurde zunehmend schlechter. Auf die Tri-Mag schrieben sie schon von der bevorstehenden „Regenschlacht von Alcudia“, ich wollte dies zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht glauben.

Aber es kam am Rennmorgen leider genau so. Es regnete in Strömen und auf den Straßen sammelten sich riesige Sturzbäche und Pfützen. Ich beschloß, meine morgendlichen Vorbereitungen auf ein Minimum zu reduzieren und nur noch im Neo nach draußen zu gehen. Die ganze Szenerie kam mir unwirklich vor, aber irgendwie hatte es auch etwas Abenteuerliches und Spannendes. Wie würden wir mit den Bedingungen zurecht kommen? Wie würde sich das Schwimmen im aufgewühlten Wasser anfühlen? Wie würde die Abfahrt auf nassem Untergrund klappen? Fragen über Fragen, die mir vor dem Start durch den Kopf gingen. Mich beruhigte jedoch das Wissen, dass ich schon zu häufig im Regen gefahren bin und mein Rad und die veränderten Bremsverhältnisse gut einzuschätzen weiß. Und so freute ich mich sogar ein bisschen darauf…

Das Schwimmen lief durchwachsen, leider verpasste ich wieder mal den Anschluss an die Gruppe und durfte alleine die Auftaktdisziplin bewältigen. Durch das wellige Wasser und den Kontakt mit einigen Feuerquallen, war das Schwimmen unsere erste harte Probe an diesem Morgen. Meine Verbrennungen beschränken sich zum Glück nur auf die untere Extremität und ich sollte von den Schmerzen erst in den Tagen nach dem Rennen zehren.

IM703Mallorca2016-1Mit 2 Min Rückstand auf die Spitze um die Olympiasiegerin Nicola Spirig und die Duathlonweltmeisterin von 2015 Emma Pallant, wechselte ich als Neunte auf mein Rad. Nun begann meine Aufholjagd und ich konnte kontinuierlich den Druck erhöhen und viele Plätze gut machen. Mein Plan war es, spätestens auf der Abfahrt ganz vorne zu sein und er ging tatsächlich auf. Ich konnte die Radstrecke sehr gut bewältigen und fuhr mir sogar auf den abschließenden flachen, aber windigen 30Km einen Vorsprung von 3:50 auf meine Verfolgerin Spirig heraus.

IM703Mallorca2016-2

Ich wusste, dass sie die beste Läuferin im Feld ist und war sehr dankbar, als ich beim Wechsel von meinem Vorsprung erfuhr. Erstmals ließ ich den Gedanken zu, dass mir dieser Puffer vielleicht sogar reichen könnte. Zunächst gab es noch 21,1Km zu bewältigen und diese hatten es bei Dauerregen ziemlich in sich. Die Strecke ist gespickt mit Kurven und Wendepunkten und man musste vorsichtig Laufen, um nicht zu stürzen. Ich fühlte mich trotz des harten Radfahrens jedoch erstaunlich gut und verlor weniger Zeit auf meine Verfolgerin, als befürchtet. Angetrieben von den Zuschauern, konnte ich auf den letzten Kilometern mit einem Vorsprung von 3 Min meinem ersten Ironman 70.3 Sieg entgegen laufen. Das Podium wurde durch Nicola Spirig und Emma Pallant komplettiert.

Meine Freude über diesen Sieg ist unendlich groß und gibt mir Zuversicht für meine weiteren Rennen.

Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung, das Daumendrücken und Eure lieben Glückwünsche nach dem Rennen!!!!

1605 mallorca winners 740

Die nächsten Tage stehen nun ganz im Fokus der Erholung, damit ich in eineinhalb Wochen beim Ironman 70.3 St.Pölten erneut angreifen kann.

Bis dahin, Eure Laura