Zweiter Sieg in Folge beim Ironman 70.3 St.Pölten

Nachdem ich mir nach der Regenschlacht von Mallorca einen hartnäckigen Infekt zugezogen hatte, war ich mir lange nicht sicher, ob ich überhaupt in St.Pölten starten kann. Doch das Bangen und konsequente Ausruhen haben sich gelohnt.

Letztes Jahr wurde ich in St.Pölten hinter Anja Beranek und Nicola Spirig dritte. Die Stadt, die Rennstrecken und die tolle Organisation hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck und ich habe mich sehr auf meinen erneuten Start an einem der schönsten Flecken Österreichs gefreut. Deshalb reiste ich auch, obwohl noch nicht ganz fit, bereits 4 Tage vor Rennstart an und hoffte von da an auf eine schnelle Genesung, die mir einen Start am Sonntag ermöglichen sollte. Das Wetter wurde immer besser und meine Vorfreude auf ein Rennen bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen stieg stetig. Lediglich die zwei Seen, die man in St.Pölten, getrennt von einem langen Landgang, durchschwimmen muss, waren mit ihren 15 Grad eine extreme Herausforderung und bescherten mir am Renntag ziemliche Kreislaufprobleme.

Mit einem Kopfsprung ins eisige Wasser startete das Rennen. Das Schwimmen verlief für mich gut und ich konnte in der Verfolgergruppe mit weniger als 2 Min. Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser steigen. Nachdem ich mich torkelnd in der Wechselzone eingefunden hatte und meinen Wechsel mühsam vollzog, begann der rasante Radkurs. Die ersten 20Km verlaufen auf einer gesperrten Autobahn und später geht es durch die wellige Wachau entlang der Donau, gespickt mit ein paar Bergen, zurück nach St.Pölten.

Auf dem Rad fühlte ich mich gut und konnte meine anvisierten Werte fahren. Die Information, dass ich auf Platz 3 liegend nur wenig Rückstand zur Spitze hatte, motivierte mich weiter. Ich wusste natürlich, dass ich auf Anja Beranek und Yvonne van Vlerken, beides sehr starke Radfahrerinnen und meine größten Konkurrentinnen an diesem Tag, nicht zu viel Zeit verlieren durfte. Mit einem Rückstand von nur noch 1:45Minuten zur Spitze, kam ich in der zweiten Wechselzone an, diesmal ohne Kreislaufprobleme und mit schnellem Wechsel.Ironman703StPölten2016Auf den zwei zu absolvierenden Laufrunden entlang der Traisen und durch das Stimmungsnest in der St.Pöltener Innenstadt und entlang des Zielbereichs, konnte ich kontinuierlich Zeit gutmachen. Ich fand in einen flüssigen Laufrhythmus und auf der zweiten Runde gelang es mir sogar die Führung zu übernehmen. Getragen von den Zuschauern und dem berauschenden Gefühl, das Rennen gewinnen zu können, überquerte ich nach 4:22h und mit der schnellsten Laufzeit des Tages, überglücklich und sprachlos die Ziellinie.

Zwei Ironman 70.3 Siege in nur zwei Wochen, das hätte ich mir selbst kaum zugetraut. Aus diesen tollen Erfolgen schöpfe ich viel Selbstvertrauen und Zuversicht für meinen weiteren Saisonverlauf und bestätigt mein Team und mich auf unserem Weg.Meine Glückwünsche gehen an meine beiden sehr fairen und sympathischen Konkurrentinnen Yvonne und Anja, die das Podium an diesem Tag komplettierten. Es ist schön, mit Weltklasseathletinnen Rennen zu bestreiten und zu spüren, dass wir auch bei den Frauen immer enger zusammenrücken und eine größere Leistungsdichte entsteht. Ironman703StPölten2016-4Nachdem ich nun bereits Ende Mai 4 Mitteldistanzen absolviert habe, ist es nun an der Zeit, meinen Infekt zu 100% loszuwerden und wieder geregelt zu trainieren. Wenn die Rennen im Zwei-Wochen-Takt liegen, fällt es schwer, weiter an der Form zu feilen, da man sich entweder erholen, oder schon wieder für das nächste Rennen rausnehmen muss.

Mein nächstes Rennen wird die Challenge Heilbronn sein, welche dieses Jahr der Austragungsort der Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz sein wird. Um diesen Titel möchte ich gerne mitkämpfen und hoffe, am 19.Juni topfit an der Start Linie zu stehen.

Danke an alle, die mich auf meinem Weg unterstützen!

Eure Laura