Deutsche Meisterin über die Mitteldistanz

Ich konnte am Sonntag in Heilbronn mein drittes Rennen in Folge gewinnen und mir den deutschen Meistertitel über die Mitteldistanz sichern. Ich bin glücklich über dieses tolle Ergebnis, auch wenn das Rennen nur im Duathlonformat ausgetragen werden konnte.

Bereits einige Tage vor dem Rennen wurde uns vom Veranstalter mitgeteilt, dass aufgrund der Wasserqualität und des Pegels ein Schwimmen im Neckar nicht möglich sein wird und dass das Rennen im Duathlonformat ausgetragen werden muss.

So standen ein 5Km Auftaktlauf, eine sehr hügelige 93Km lange Radstrecke und ein abschließender Halbmarathon auf dem Programm.

Obwohl ich wenig Erfahrung im Duathlon habe, freute ich mich auf die neue Herausforderung.

Die Hauptkonkurrenz sah ich für dieses Rennen in meiner Erdinger Teamkollegin Julia Gajer, die den deutschen Meistertitel in den letzten Jahren inne hatte und der Duathlon Vizeweltmeisterin Julia Viellehner. Die zwei Julias musste ich nun also am Renntag irgendwie distanzieren und diesen Versuch auf dem Rad zu unternehmen, schien mir als die beste Lösung.

So ging ich die ersten fünf Laufkilometer zwar zügig, aber kontrolliert an, um mich nicht schon vor dem Radfahren auszupowern. Es gelang mir dennoch den Rückstand auf Julia V. (die beste Läuferin im Feld) gering zu halten und so konnte ich bereits 15 Sekunden nach ihr auf die Radstrecke wechseln.

Doch dort passierte mir leider gleich ein Missgeschick. Als ich über Bahngleise fuhr, welche die Strecke kreuzen, flog mir durch das Geruckel meine Gelflasche aus der Halterung, so dass ich vom Rad steigen musste, um sie wieder aufzusammeln. Obwohl ich dadurch einige Sekunden verlor, war dieser Schritt absolut richtig, denn ohne meine „Pampe“ wäre es ein sehr sehr langer Tag geworden. Ich kann mittlerweile viel Nahrung auf dem Rad zu mir nehmen und dies ist sicher auch ein Baustein zu meinen aktuellen Erfolgen. So kann ich konstant hohe Wattwerte fahren und komme dennoch mit gut gefüllten Speichern auf die Laufstrecke.

Auf dem Rad begann ich nun meinen Plan umzusetzen und freute mich über sehr gute Leistungsdaten. Dies beflügelte mich und half mir, fokussiert zu arbeiten und konstant hohen Druck auf die Pedale zu bringen. Nach 5 Km konnte ich die bis dato Führende Julia V. überholen und meine Verfolgerin Julia G. gelang es mir nach dem ersten Drittel der Radstrecke zu distanzieren und so entstand tatsächlich der erhoffte Vorsprung. Beim zweiten Wechsel auf die Laufstrecke betrug mein Vorsprung bereits knapp über 6min. Ich konnte es kaum glauben!

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Fotos: Marcel Hilger

Das harte Radfahren ließ mich dennoch an meiner Lauffähigkeit zweifeln. Aber dieses Risiko wollte ich einfach eingehen, denn wer nichts riskiert, der nichts gewinnt…

Die Beine waren zwar müder als gewöhnlich, aber nach den ersten Laufkilometern des abschließenden Halbmarathons merkte ich auch, dass ein solider Lauf noch möglich ist und mir mein Vorsprung bis ins Ziel reichen kann.

Leider konnte meine Teamkollegin Julia Gajer das Ziel nicht erreichen, gerne hätte ich mir mit ihr ein Duell um den Titel geliefert.

So wurde meine direkte Verfolgerin an diesem Tag die Duathlonspezialistin Julia V., die mir durch die schnellste Laufzeit des Tages zwar noch zwei Minuten näher kam, mir den Tagessieg und somit den deutschen Meister Titel aber nicht mehr nehmen konnte.

Das Podium der Damen wurde durch Lena Berlinger komplettiert, eine Athletin, die ich von meinen Starts im Rhein- Neckar Cup und beim Transvorarlberg Triathlon kenne und schätzen gelernt habe. Auf diesem Wege auch nochmal herzlichen Glückwunsch an die beiden!

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Ein großes Dankeschön möchte ich allen Zuschauer, Athleten, Helfer und meinem Support Team an der Strecke aussprechen,  denn ohne eure Unterstützung wäre mein Tag nicht so perfekt verlaufen! THANKYOU!!!

Die nächsten Wochen werde ich nun der Erholung und dem Training für meine zweite Saisonhälfte widmen.

Durch meine zwei Ironman 70.3 Siege und die beiden Top 10 Platzierungen in den USA Rennen habe ich mich im ersten Durchlauf für die Ironman 70.3 WM in Australien qualifiziert und möchte mich dieser Herausforderung am 4.September stellen. Vor dem WM Rennen werde ich noch bei der 70.3 EM in Wiesbaden starten und versuchen, meinen dritten Platz aus dem Jahr 2014 zu toppen. Die nötige Kraft und Energie werde ich mir im Vorfeld durch einen dreiwöchigen Trainingsaufenthalt in den schweizer Bergen holen.

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Ein kleiner Renneinsatz wartet in zwei Wochen noch auf mich, da ich beim Ironman Frankfurt für den neuen Titelsponsor des Rennens innerhalb der Mainova-Staffel antreten werde.

Hierbei werde ich mir mit drei weiteren Teilnehmern die Langdistanz teilen, wobei ich von jedem der drei Parts die Hälfte übernehmen werde und somit am Ende eine Mitteldistanz absolviere.

Ich freue mich bereits auf meine Staffelpartner, eine gute „Trainingseinheit“ und darauf Langdistanzluft zu schnuppern, ohne wirklich eine Langdistanz machen zu müssen! ;-)

Bis bald,

Eure Laura