Sieg beim St.Moritz Triathlon

Ein Triathlon in den Schweizer Bergen, das klingt ganz nach meinem Geschmack.

Durch meinen relativ langen Aufenthalt in diesem Sommer im Engadin, passte der Wettkampf erstmals optimal in meine Trainingsplanung. So war ich bereits an die Höhe gewöhnt und heiß auf eine erste harte Einheit.

Der St.Moritz Triathlon wird über die modifizierte Sprintdistanz (0,5/20/6.6Km) ausgetragen. Hinzu kommt die Höhe von 1800 Meter über dem Meeresspiegel und eine Strecke gespickt mit Höhenmetern, so dass er trotz der kurzen Distanz zu einer Herausforderung der besonderen Art wird.

Geschwommen wird im St. Moritzer See, der mit max. 17Grad Wassertemperatur einen frischen Auftakt bereithält. Mit Barbara Riveros Diaz aus Chile (5. von Rio und ehemalige Sprintdistanz Weltmeisterin) und einigen weiteren Athletinnen aus dem Brett-Sutton-Squad, war ein kleines aber feines Feld versammelt.

Zunächst verzögerte jedoch ein starkes Gewitter den Start des Rennes mehrere Male. Eine kleine Gewitterlücke reichte dem erfahrenen Veranstaltern, um die Athleten schnell in den See zu schicken und sie die 500m absolvieren zu lassen.

Ich stieg als 3. Frau mit ca. 20 Sekunden Rückstand auf die führenden Männer und Frauen aus dem Wasser. Das ist für mich eine tolle Leistung, da ich im Becken auf dieser Distanz deutlich mehr Zeit einbüßen würde.

Im strömendem Regen ging es aufs Rad. Die Strecke kenne ich von vielen Trainingsfahrten. Ich zögerte nicht und fuhr bei meinem ersten Sprinttriathlon seit vielen Jahren mit Vollgas los. Es ist erstaunlich, wie schnell 20Km Radfahren vorübergehen und wie viel Spaß es mir bereitete richtig hart zu fahren. Auf den längeren Strecken traue ich mich das ja meistens nicht, bzw. ist es sicher auch nicht die richtige Taktik für eine gutes Mitteldistanzrennen.

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Mit diesem Vorgehen konnte ich die beiden führenden Damen schnell überholen und mich entsprechend absetzen. Bis auf eine schlechte Sicht und etwas frostige Hände und Füße bereitete mir das ganze reichlich Freude. Nach einer guten halben Stunde stieg ich von meinem Rad und wechselte als erste Frau und Gesamtfünfte in die Laufschuhe.

Die Entscheidung, ob ich Socken anziehen sollte oder nicht, erübrigte sich schnell bei dem Gedanken Barbara Riveros – eine der besten Läuferinnen im Triathlonzirkus – im Nacken zu haben. Ohne Socken, aber mit voller Motivation begann ich meinen Lauf. Im Vorfeld hatte ich Zweifel am schnellen Laufen in der Höhe, weil mein Körper doch anders auf die Belastung hier oben anspricht. Gleichzeitig war es der erste Koppellauf, nachdem ich vor einigen Wochen meine Radposition in der Villa Aktiv in Gießen radikal umstellen ließ.

Mit meinem Vorhaben, weiterhin Vollgas zu geben, flog ich den ersten noch flachen Kilometer am Moritzer See entlang, dann kam ein langer Anstieg auf den einige profilierte Kilometer folgten. Motiviert durch die Führung und das erstaunlicherweise tolle Laufgefühl, rannte ich so ziemlich alles aus mir heraus, was gerade im Tank war. Die anspruchsvolle und wunderschöne Strecke bereitete mir große Freude und erinnerte mich teilweise an einen X-Terra Wettkampf, so dass ich in einen richtigen Flow kam.

Begünstigt wurde mein Unternehmen durch eine Lauftechnikeinheit mit „Running Wolf“ Wolfgang Schweim, die dem Bergauf- und ab Bergabrennen gewidmet war. So konnte ich Gelerntes direkt anwenden und sogar auf der Laufstrecke noch zwei weitere Minuten zwischen mich und meine Verfolgerinnen legen.

Der Umstand, dass ich den 5. Mann schnell überholt hatte und mich ab diesem Zeitpunkt auf der Verfolgung von James Cunnama befand, den ich in der Ferne sogar sah, beflügelte mich natürlich auch ein wenig. Nach einer letzten Runde im Stadion durfte ich als 1.Frau ins Ziel einlaufen. Meinen Vorsprung auf Barbara Riveros Diaz von 4,5Minuten konnte ich kaum fassen. Ich freute mich sehr darüber, dass sich meine Form in die angestrebte Richtung entwickelt und ich in allen drei Disziplinen meine Geschwindigkeit steigern konnte.

Im Ziel wurde ich von den ersten drei Herren (Franz Löschke, Andi Dreitz, James Cunnama) empfangen. Durch den Sieg von Franz gingen beide Tagessiege an unseren Squad von Trainer Philipp Seipp!

Bei den Frauen kam Barbara Riveros auf den zweiten Platz und Nina Derron auf Platz drei.

Einen herzlichen Dank möchte ich an Nicola Spirig und Reto Hug sowie dem St. Moritzer Triathlonverein für die Organisation eines tollen Events aussprechen!

IMG_3542Nach dem Rennen gingen wir ziemlich schnell wieder in unser geregeltes Training über, welches mich auf meine kommenden Rennen vorbereiten soll.

Mein nächstes Rennen ist der Ironman 70.3 Zell am See in zwei Wochen, der mir als Formüberprüfung und WarmUp für die 70.3 WM dient.

An folgenden Rennen nehme ich in den kommenden Monaten teil:

27.08. Ironman 70.3 Zell am See

09.09. Ironman 70.3 WM Chattanooga

17.09. Challenge Davos

29.10. X Terra WM Maui

Meinen nächsten Bericht wird es nach dem Rennen in Zell am See geben!
Bis dahin, viele Grüße aus den Bergen!

Eure Laura