Sieg beim Ironman 70.3 Zell am See

Seit dem ich 2015 leider nicht bei der 70.3 WM in Zell am See dabei sein konnte, war es mir ein großer Wunsch, auf dieser Strecke zu starten.

Dieses Jahr bot sich der Renntermin als letzter Formtest vor der 70.3 WM in Chattanooga und als Abschluss meines mehrwöchigen Trainingslagers im Engadin an und ich freute mich bereits die gesamte Saison auf meinen Start und die Strecke.

Nachdem die letzten Trainingswochen vielversprechend verliefen reiste ich voller Vorfreude, aber auch einer großen Portion Aufregung nach Zell am See.

Das Wetter begrüßte uns mit hochsommerlichen Temperaturen, die ich aus der Höhe der Berge gar nicht mehr gewohnt war. Mein Körper gewöhnte sich in den letzten zwei Tagen vor dem Rennen jedoch schnell wieder daran. Die Medientermine rund um das Rennen waren toll organisiert und die Österreicher zeigten im Vorfeld und am Renntag wieder einmal, dass sie sehr, sehr professionelle Rennen organisieren. Vielen Dank dafür!

Der Rennstart erfolgte am Sonntag relativ spät, erst gegen 11 Uhr. Durch die Gewitter der Nacht kühlte der Zeller See etwas ab, so dass es auch für uns Profis ein Schwimmen mit Neo gab.

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by Marcel Hilger

Ich konnte in der Verfolgergruppe aus dem Wasser steigen und hatte auf die Spitze um Anja Beranek ca 1:40 Rückstand. Mit meiner Schwimmleistung bin ich zufrieden, wenngleich sie natürlich weiterhin Luft nach oben lässt.

Auf dem Rad freute ich mich schon sehr auf den ca. 10Kilometer langen Anstieg auf den Hochfilzensattel, der auf uns Athleten nach ungefähr 20Radkilometern wartete. Ich konnte auf dem Rad direkt einen guten Rhythmus finden und bis zum Anfang des Anstieges sogar zur Führenden aufschließen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich in einem Rennen die radstarke Anja Beranek einholen und sogar überholen konnte.

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by Marcel Hilger

Meine Beine waren richtig gut und ich machte am Berg ordentlich Druck, so dass ich oben mit leicht angeschossenen Beinen ankam. Der Aufwand hatte sich gelohnt, da ich ein Polster von ca 1:30 min auf Anja herausfahren konnte. Diesen Vorsprung wollte ich mir auf den anschließenden 60 flachen Radkilometern natürlich nicht mehr nehmen lassen.

Leider waren meine Beine tatsächlich müder als geplant und ich konnte den hohen Druck vom Beginn nicht mehr ganz halten. Im Kopf schwebte mir immer die WM Radzeit von Daniela Ryf aus dem Jahr 2015 herum. An diese Zeit wollte ich gerne so nah wie möglich herankommen.

Das mir das bis auf ca 1 Minute fast gelang, gab mir einen kleinen Boost mit auf die Lauftstrecke.

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by Marcel Hilger

Ich wusste, dass Anja nicht weit hinter mir war, deshalb freute ich mich zu zeigen, was beim Laufen in mir steckt. Die Laufstrecke verläuft größtenteils am See entlang und hat ein paar wenige Abzweigungen in die Zeller Innenstadt. Ich hatte mir die Strecke im Vorfeld nicht mehr anschauen können, wusste jedoch von den Ergebnislisten der Vorjahre, dass sie entweder zu lang oder schwer zu laufen sein muss, da die Zeiten immer verhältnismäßig langsam waren. Als ich die erste Runde von zwei hinter mir hatte, wusste ich auch wieso. Immer wieder steigt sie langsam, aber gemein an und hält einige Ecken parat. Trotz schwerer Beine konnte ich einigermaßen gut laufen und wurde von meinem Supportteam mit Zeiten versorgt. Mein Vorsprung auf meine Verfolgerinnen wuchs stetig an und so konnte ich zunehmend die Energie der Zuschauer aufnehmen und das Rennen genießen!

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by Marcel Hilger

Mein Siegwunsch ging in Erfüllung. Fast 12 Minuten vor Anja und ca 20min vor  Lisi Gruber überquerte ich die Ziellinie. Erst mit ein paar Tagen Abstand und ein paar Ansprachen meines Umfelds später sind mir diese Abstände richtig klar geworden. Mein vierter Mitteldistanzsieg in Folge macht mich sehr stolz und lässt mich auf ein gutes Ergebnis bei der 70.3 WM in zwei Wochen in Chattanooga in den USA hoffen.

Das WM Rennen wird erstmals als reines Frauenrennen am Samstag deb 9.9.2017 ausgetragen. Das Feld ist so hochkarätig wie noch nie und ich bin gespannt, wie sich das neue Format auf die Renndynamik auswirken wird.

Nach dem Rennen in Zell ging es für mich weiter nach Erding. Dort traf ich beim jährlichen Erdinger Herbstfest meine Teamkollegen und durfte gemeinsam mit ihnen in Dirndl und Lederhosen den Erfolg vom Wochenende und das gemeinsame Wiedersehen feiern.21167500_10154975888383108_2390807376090554925_o

Ich danke Euch allen für Euren Support, das Mitfiebern und Daumendrücken!

Meinen nächsten Blog gibt es nach dem WM Rennen und ich hoffe sehr, euch von einem positiven Rennverlauf berichten zu können.

Eure Laura