Podium bei der Ironman 70.3 WM

Nach Zell am See und dem Erdinger Herbstfest ging es für mich nach vielen Wochen erstmals wieder zurück nach Hause. Genauer gesagt, in mein neues Zuhause; seit ein paar Wochen wohne ich nämlich wieder in meiner alten Heimat Heidelberg.

Ich freute mich sehr, die neue Wohnung in Besitz zu nehmen, die Philipp in meiner Abwesenheit ausgesucht hatte und einen kleinen Moment durchzuschnaufen.

Genau ein Tag blieb mir dafür, bevor es schon wieder los nach Chattanooga in die USA zur Ironman 70.3 WM ging. Immerhin bekam ich einen süßen Vorgeschmack auf den schönen Ort, der mich nach meiner Rückkehr wieder erwarten würde, denn dann werde ich zumindest für 3 Wochen bleiben können, bevor ich erneut in einen Flieger über die großen Teiche zu einem weiteren Abenteuer aufbreche.

In Chattanooga angekommen, wurde ich von einem heftigen Sturm und anhaltendem Regen begrüßt. Die Stadt mit ihrem industriellen Baustil und einem Hauch von Südstaatenflair machte auf mich erstmal keinen so guten Eindruck. Es war schwül, es regnete durchgehend und alle Menschen, die ich auf der Straße sehen konnte, waren dick. Welcome to America, dachte ich. Wo soll den hier eine Triathlonweltmeisterschaft stattfinden?

Nach ein paar Tagen mit Sonnenschein und nach dem Erkunden der Wettkampfstrecken änderte ich meine Meinung grundlegend. Chattanooga hat wunderschöne Ecken und die Natur außerhalb der Stadt ist vielfältig, weitläufig und interessant.

Auch die Strecken gaben ihre Tücken preis: Der große Tennessee River z.B. ist ein brauner, erdiger Strom, der sich mit sehr warmen Wasser und reichlich Strömung durch die Landschaft schlängelte. Mir schwante Böses für den Renntag, da der größte Teil der 1.9Km Schwimmstrecke entgegen die Strömung zu absolvieren war.

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Die 90Km Radstrecke war jedoch Liebe auf den ersten Blick. Nach ca. 10 Km war man bereits aus der Stadt hinaus und befand sich mitten in dem längsten Anstieg hinauf zum Lookout Mountain. Eine durchaus stattliche Erhebung, die mit ihrem ca. 5 Km langen Anstieg die Vorfreude auf den Renntag in mir wachsen lies. Der Rest der Strecke verlief wellig bis flach jedoch immer wieder angereichert mit ein paar technisch harmlosen, aber schnellen Abfahrten durch das bewaldete Hinterland. Ich freute mich besonders auf den Radpart, da ich mir durch das wellige Profil ein faires Rennen in Bezug auf das Windschattenfahren erhoffte, anders als es letztes Jahr in Australien der Fall war. Ich wusste, dass ich nach meinem Schwimmen erneut eine Aufholjagd starten müsste, wenn ich um die Vergabe der vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden wollte.

Mit der Laufstrecke erging es mir ähnlich. Mehrfach brachte sie mir im Vorfeld ein Lächeln ins Gesicht. Sie war wirklich verrückt. 21Km ein ständiges Auf und Ab und einige sehr lange Anstiege, ließen mich erahnen, das dies einer der anspruchsvollsten Halbmarathons meiner Karriere werden würde, dessen Profil auch den Rennverlauf maßgeblich beeinflussen könnte.

Klar war, dieses Rennen würde definitiv erst im Ziel zu Ende und entschieden sein und ich bereitete mich auf eine lange Aufholjagd vor. Mein oberstes Ziel sollte es sein, bis zum Ende geduldig zu bleiben und niemals negative Gedanken aufkommen zu lassen.

So viel zur Theorie.

In der Praxis kam es dann zumindest teilweise anders als erwartet.

Nach einem Kopfsprungstart von einem Steg, auf welchem wir in der Reihenfolge des 70.3 Rankings aufgereiht wurden, ging das Schwimmen im Tennessee River los.

Leider erwischte ich nicht die Gruppe, in der ich mich von meiner aktuellen Schwimmleistung hätte wiederfinden müssen, stattdessen fand ich mich in einer Gruppe dahinter wieder. Durch die Strömung, das Neoprenverbot und Probleme bei der Orientierung im Feld, gelang es mir nicht, mich aus der Gruppe zu lösen. So musste ich einen Rückstand von über 4 Minuten auf die schnellsten Damen hinnehmen.

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Koruptvision/austrimag

Mit einem guten Wechsel startete ich meine Aufholjagd auf dem Rad. Ich hatte mir fest vorgenommen, den Berg nicht zu hart zu fahren, damit mir auf den entscheidenden flacheren Kilometer nicht der Druck fehlen würde. Dies gelang mir gut und ich konnte eine Athletin nach der anderen überholen. Am Anstieg bekam ich erste Informationen über meinen Rückstand von Philipp: Daniela Ryf war den anderen Damen zu diesem Zeitpunkt bereits um mehrere Minuten enteilt und hinter ihr hatte sich eine große Gruppe gebildet. Ich vermutete einen ähnlichen Rennverlauf wie letztes Jahr in Australien. Mein Ziel war nun zu versuchen die Gruppe, welche alle weiteren Favoritinnen und guten Läuferinnen enthielt, aufzufahren. Ich wollte mit ihnen gemeinsam auf die Laufstrecke starten können.

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Koruptvision/austrimag

Nach ca. 60 Km gelang mir mein Vorhaben und ich fand mich plötzlich in bester Gesellschaft wieder. Namen wie Helle Frederiken, Annabel Luxford, Heather Wurtele, Jeanny Seymour, Emma Pallant, Sarah True u.a. fuhren nun aufgereiht hintereinander und vor mir her. Kurze Zeit besah ich das Treiben, bevor ich beschloss nach vorne zu fahren, um das Tempo diktieren zu können. Das Streckenprofil war jedoch zu flach, um mit meinem Gewicht eine entscheidende Attacke setzten zu können. So fuhren die anderen Damen einfach an meinem Hinterrad mit.

Dennoch entschied ich mich für die riskante Variante die Führung zu übernehmen und meinen Beinen deutlich mehr Schmerzen zuzufügen, als wenn ich mich in der Gruppe für das Laufen ausgeruht hätte. Diese Entscheidung führte jedoch dazu, dass ich mich plötzlich an zweiter Position im Rennen fand, was ein sehr gutes Gefühl war.

Daniela Ryf war zu diesem Zeitpunkt schon so weit enteilt, dass ein weiter Sieg für sie nur noch Formsache war. Schade, dass die anderen Frauen nicht motiviert waren, zumindest den Versuch zu starten, Daniela nicht noch weiter enteilen zu lassen. Vielleicht muss man am Ende aber auch anerkennen, dass sie einfach in einer anderen, ihrer eigenen, Liga unterwegs ist und ich auf dem Weg zur zweiten Wechselzone zwar die zweitschnellste Radzeit des Tages gefahren bin, trotzdem ganze 5 Minuten langsamer unterwegs war als sie.

Das Gefühl, als zweite Frau bei einer WM vom Rad zu steigen, war jedoch trotzdem einmalig. Die Kameras, die Motorräder und besonders die Zuschauer entlang der Strecke sorgten für eine wahnsinnig gute Atmosphäre und mein Körper war voller Gänsehaut.

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Koruptvision/ austrimag

„Jetzt bloß nicht zu schnell loslaufen“, war alles,  auf was ich mich zu konzentrieren versuchte. Meine Gedanken kreisten um all die starken Läuferinnen hinter mir und ich ermahnte mich, mich von nun an nur noch auf mich selbst zu konzentrieren und meine Energie nach vorne zu richten. Mögen die besten Beine und der stärkste Kopf entscheiden.

Den ersten Kilometer verbachte ich noch an Position 2, doch schon im ersten langen Anstieg flog die Britin Emma Pallant von hinten heran, die für sich sicher den smartesten Rennverlauf gewählt hatte, in dem sie sich in der Gruppe beim Radfahren lange schonte.

Ihr Tempo war enorm und ich überlegte kurz, ob ich versuchen sollte ihr zu folgen, entschloss mich jedoch dagegen, da ich erstmal eine der zwei zu laufenden Runden absolvieren wollte, um nicht am Ende hochzugehen.

Mit zunehmenden Renndauer ergab sich eine spannende Konstellation: Nachdem ich Emma ziehen ließ, hatte sie schnell einen Vorsprung von ca 1:30 min, der den Rest des Rennverlaufes gleich bleiben sollte. Direkt hinter mir gruppierten sich jedoch drei schnelle Läuferinnen zusammen, die mir eine lange Zeit im Abstand von 30 sek folgten.

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Koruptvison/ austrimag

Glücklicherweise habe ich mich zu keinem Zeitpunkt umgedreht, sonst hätte ich gesehen, wie dicht sie mir auf den Fersen waren. Meine Strategie, mich nach vorne zu orientieren und mich auf mich und meine Technik zu konzentrieren, klappte. Berg hoch musste ich  zwar kämpfen, versuchte jedoch so wenig Energie wie möglich aufzubringen. Bergab lies ich es laufen und schaffte es sogar, mich zu entspannen und ein Stück weit zu erholen. Durch diesen ständigen Wechsel verging der Halbmarathon erstaunlich schnell und ich war beflügelt von dem Gefühl, immer noch auf Podiumskurs bei meiner zweiten 70.3 WM unterwegs zu sein.

Meine Gedanken kreisten auch um meine Familie und meine Freunde, die Zuhause vor dem Livestream mit mir mitfieberten, um den leider inzwischen verstorbenen Burkhard Barsikow, der mich vor wenigen Wochen noch neu auf mein Rad gesetzt hat und dem ich eine schnelle und schmerzfreie Position zu verdanken habe, um Wolfgang Schweim, der mir eine neue Welt des Laufens eröffnet hat, um meine Sponsoren, die mich auf meiner Reise unterstützen und an mich glauben und um Philipp, meinen Freund und Trainer, der die weite Reise nach Chattanooga auf sich genommen hat, um mich optimal zu unterstützen.

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Peter Jacob/Spomedis

All diesen Menschen wollte ich etwas zurückgeben und so konnte ich mein Tempo auf den letzten Kilometern sogar nochmal anziehen und meinen Vorsprung auf meine Verfolgerinnen ausbauen, so dass ich ungefährdet mit ca 2 Minuten Puffer in den Zielkanal zu meinem ersten Weltmeisterschafts Podium einbiegen konnte.

Ich saugte sie tolle Stimmung auf und hatte Tränen in den Augen. Dies war die Krönung meiner bisher schon besten Saison und der Lohn für all den Fleiß und die Power, die wir täglich in mich und meinen Sport stecken.

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Peter Jacob/spomedis

Die Tatsache, dass erstmals ein eigenes Frauenrennen ausgetragen wurde machte den Tag für uns Frauen zu etwas sehr Besonderem und wir genossen die volle Aufmerksamkeit, die wir dadurch bekamen. Ich hoffe, dass in Zukunft immer mehr Rennen in diesem Format ausgetragen werden.

Nachdem wir Frauen vorgelegt hatten, waren einen Tag später die Männer an der Reihe. Es war super, mit müden Beinen und glücklich über meinen Erfolg, das Rennen aus der Zuschauerperspektive zu verfolgen und die Jungs anzufeuern.

Meine Rückreise aus den USA gestaltete sich auf Grund des Sturmes Irma leider viel länger als geplant. Viele Flüge wurden gestrichen oder umgelegt, so dass meine Heimreise mehr als 30h dauerte. Endlich in Heidelberg angekommen kapitulierte mein Immunsystem und ich bekam eine ziemlich heftige Erkältung, die mich einige Tage ans Bett fesselte.

Meinen Start bei der Challenge Davos musste ich absagen, aber ich nutze die Zeit, um mich in unserer Wohnung einzurichten und endlich anzukommen.

Nachdem ich nun wieder fit bin, liegt mein Fokus in den nächsten Wochen nochmal voll auf der Vorbereitung für die X-Terra-WM auf Maui am 29.Oktober. Ich werde somit viel auf dem MTB trainieren und auch im Laufen meine offroad Technik verbessern. Mein Training wird insgesamt sprintlastiger und wir werden versuchen nochmal eine ordentliche Prise Speed einzustreuen. Bevor es soweit ist, werde ich mir in diesem Jahr erstmals den Ironman auf Hawaii vor Ort anschauen. Ich bin gespannt auf meine Eindrücke und werde diese mit Euch teilen.

Ich danke Euch allen fürs Mitfiebern und Daumendrücken, es macht mir große Freude meinen Erfolg und meine Reise dorthin mit Euch zu teilen!

Bis bald,

Eure Laura

Sieg beim Ironman 70.3 Zell am See

Seit dem ich 2015 leider nicht bei der 70.3 WM in Zell am See dabei sein konnte, war es mir ein großer Wunsch, auf dieser Strecke zu starten.

Dieses Jahr bot sich der Renntermin als letzter Formtest vor der 70.3 WM in Chattanooga und als Abschluss meines mehrwöchigen Trainingslagers im Engadin an und ich freute mich bereits die gesamte Saison auf meinen Start und die Strecke.

Nachdem die letzten Trainingswochen vielversprechend verliefen reiste ich voller Vorfreude, aber auch einer großen Portion Aufregung nach Zell am See.

Das Wetter begrüßte uns mit hochsommerlichen Temperaturen, die ich aus der Höhe der Berge gar nicht mehr gewohnt war. Mein Körper gewöhnte sich in den letzten zwei Tagen vor dem Rennen jedoch schnell wieder daran. Die Medientermine rund um das Rennen waren toll organisiert und die Österreicher zeigten im Vorfeld und am Renntag wieder einmal, dass sie sehr, sehr professionelle Rennen organisieren. Vielen Dank dafür!

Der Rennstart erfolgte am Sonntag relativ spät, erst gegen 11 Uhr. Durch die Gewitter der Nacht kühlte der Zeller See etwas ab, so dass es auch für uns Profis ein Schwimmen mit Neo gab.

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by Marcel Hilger

Ich konnte in der Verfolgergruppe aus dem Wasser steigen und hatte auf die Spitze um Anja Beranek ca 1:40 Rückstand. Mit meiner Schwimmleistung bin ich zufrieden, wenngleich sie natürlich weiterhin Luft nach oben lässt.

Auf dem Rad freute ich mich schon sehr auf den ca. 10Kilometer langen Anstieg auf den Hochfilzensattel, der auf uns Athleten nach ungefähr 20Radkilometern wartete. Ich konnte auf dem Rad direkt einen guten Rhythmus finden und bis zum Anfang des Anstieges sogar zur Führenden aufschließen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich in einem Rennen die radstarke Anja Beranek einholen und sogar überholen konnte.

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by Marcel Hilger

Meine Beine waren richtig gut und ich machte am Berg ordentlich Druck, so dass ich oben mit leicht angeschossenen Beinen ankam. Der Aufwand hatte sich gelohnt, da ich ein Polster von ca 1:30 min auf Anja herausfahren konnte. Diesen Vorsprung wollte ich mir auf den anschließenden 60 flachen Radkilometern natürlich nicht mehr nehmen lassen.

Leider waren meine Beine tatsächlich müder als geplant und ich konnte den hohen Druck vom Beginn nicht mehr ganz halten. Im Kopf schwebte mir immer die WM Radzeit von Daniela Ryf aus dem Jahr 2015 herum. An diese Zeit wollte ich gerne so nah wie möglich herankommen.

Das mir das bis auf ca 1 Minute fast gelang, gab mir einen kleinen Boost mit auf die Lauftstrecke.

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by Marcel Hilger

Ich wusste, dass Anja nicht weit hinter mir war, deshalb freute ich mich zu zeigen, was beim Laufen in mir steckt. Die Laufstrecke verläuft größtenteils am See entlang und hat ein paar wenige Abzweigungen in die Zeller Innenstadt. Ich hatte mir die Strecke im Vorfeld nicht mehr anschauen können, wusste jedoch von den Ergebnislisten der Vorjahre, dass sie entweder zu lang oder schwer zu laufen sein muss, da die Zeiten immer verhältnismäßig langsam waren. Als ich die erste Runde von zwei hinter mir hatte, wusste ich auch wieso. Immer wieder steigt sie langsam, aber gemein an und hält einige Ecken parat. Trotz schwerer Beine konnte ich einigermaßen gut laufen und wurde von meinem Supportteam mit Zeiten versorgt. Mein Vorsprung auf meine Verfolgerinnen wuchs stetig an und so konnte ich zunehmend die Energie der Zuschauer aufnehmen und das Rennen genießen!

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by Marcel Hilger

Mein Siegwunsch ging in Erfüllung. Fast 12 Minuten vor Anja und ca 20min vor  Lisi Gruber überquerte ich die Ziellinie. Erst mit ein paar Tagen Abstand und ein paar Ansprachen meines Umfelds später sind mir diese Abstände richtig klar geworden. Mein vierter Mitteldistanzsieg in Folge macht mich sehr stolz und lässt mich auf ein gutes Ergebnis bei der 70.3 WM in zwei Wochen in Chattanooga in den USA hoffen.

Das WM Rennen wird erstmals als reines Frauenrennen am Samstag deb 9.9.2017 ausgetragen. Das Feld ist so hochkarätig wie noch nie und ich bin gespannt, wie sich das neue Format auf die Renndynamik auswirken wird.

Nach dem Rennen in Zell ging es für mich weiter nach Erding. Dort traf ich beim jährlichen Erdinger Herbstfest meine Teamkollegen und durfte gemeinsam mit ihnen in Dirndl und Lederhosen den Erfolg vom Wochenende und das gemeinsame Wiedersehen feiern.21167500_10154975888383108_2390807376090554925_o

Ich danke Euch allen für Euren Support, das Mitfiebern und Daumendrücken!

Meinen nächsten Blog gibt es nach dem WM Rennen und ich hoffe sehr, euch von einem positiven Rennverlauf berichten zu können.

Eure Laura

Sieg beim St.Moritz Triathlon

Ein Triathlon in den Schweizer Bergen, das klingt ganz nach meinem Geschmack.

Durch meinen relativ langen Aufenthalt in diesem Sommer im Engadin, passte der Wettkampf erstmals optimal in meine Trainingsplanung. So war ich bereits an die Höhe gewöhnt und heiß auf eine erste harte Einheit.

Der St.Moritz Triathlon wird über die modifizierte Sprintdistanz (0,5/20/6.6Km) ausgetragen. Hinzu kommt die Höhe von 1800 Meter über dem Meeresspiegel und eine Strecke gespickt mit Höhenmetern, so dass er trotz der kurzen Distanz zu einer Herausforderung der besonderen Art wird.

Geschwommen wird im St. Moritzer See, der mit max. 17Grad Wassertemperatur einen frischen Auftakt bereithält. Mit Barbara Riveros Diaz aus Chile (5. von Rio und ehemalige Sprintdistanz Weltmeisterin) und einigen weiteren Athletinnen aus dem Brett-Sutton-Squad, war ein kleines aber feines Feld versammelt.

Zunächst verzögerte jedoch ein starkes Gewitter den Start des Rennes mehrere Male. Eine kleine Gewitterlücke reichte dem erfahrenen Veranstaltern, um die Athleten schnell in den See zu schicken und sie die 500m absolvieren zu lassen.

Ich stieg als 3. Frau mit ca. 20 Sekunden Rückstand auf die führenden Männer und Frauen aus dem Wasser. Das ist für mich eine tolle Leistung, da ich im Becken auf dieser Distanz deutlich mehr Zeit einbüßen würde.

Im strömendem Regen ging es aufs Rad. Die Strecke kenne ich von vielen Trainingsfahrten. Ich zögerte nicht und fuhr bei meinem ersten Sprinttriathlon seit vielen Jahren mit Vollgas los. Es ist erstaunlich, wie schnell 20Km Radfahren vorübergehen und wie viel Spaß es mir bereitete richtig hart zu fahren. Auf den längeren Strecken traue ich mich das ja meistens nicht, bzw. ist es sicher auch nicht die richtige Taktik für eine gutes Mitteldistanzrennen.

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Mit diesem Vorgehen konnte ich die beiden führenden Damen schnell überholen und mich entsprechend absetzen. Bis auf eine schlechte Sicht und etwas frostige Hände und Füße bereitete mir das ganze reichlich Freude. Nach einer guten halben Stunde stieg ich von meinem Rad und wechselte als erste Frau und Gesamtfünfte in die Laufschuhe.

Die Entscheidung, ob ich Socken anziehen sollte oder nicht, erübrigte sich schnell bei dem Gedanken Barbara Riveros – eine der besten Läuferinnen im Triathlonzirkus – im Nacken zu haben. Ohne Socken, aber mit voller Motivation begann ich meinen Lauf. Im Vorfeld hatte ich Zweifel am schnellen Laufen in der Höhe, weil mein Körper doch anders auf die Belastung hier oben anspricht. Gleichzeitig war es der erste Koppellauf, nachdem ich vor einigen Wochen meine Radposition in der Villa Aktiv in Gießen radikal umstellen ließ.

Mit meinem Vorhaben, weiterhin Vollgas zu geben, flog ich den ersten noch flachen Kilometer am Moritzer See entlang, dann kam ein langer Anstieg auf den einige profilierte Kilometer folgten. Motiviert durch die Führung und das erstaunlicherweise tolle Laufgefühl, rannte ich so ziemlich alles aus mir heraus, was gerade im Tank war. Die anspruchsvolle und wunderschöne Strecke bereitete mir große Freude und erinnerte mich teilweise an einen X-Terra Wettkampf, so dass ich in einen richtigen Flow kam.

Begünstigt wurde mein Unternehmen durch eine Lauftechnikeinheit mit „Running Wolf“ Wolfgang Schweim, die dem Bergauf- und ab Bergabrennen gewidmet war. So konnte ich Gelerntes direkt anwenden und sogar auf der Laufstrecke noch zwei weitere Minuten zwischen mich und meine Verfolgerinnen legen.

Der Umstand, dass ich den 5. Mann schnell überholt hatte und mich ab diesem Zeitpunkt auf der Verfolgung von James Cunnama befand, den ich in der Ferne sogar sah, beflügelte mich natürlich auch ein wenig. Nach einer letzten Runde im Stadion durfte ich als 1.Frau ins Ziel einlaufen. Meinen Vorsprung auf Barbara Riveros Diaz von 4,5Minuten konnte ich kaum fassen. Ich freute mich sehr darüber, dass sich meine Form in die angestrebte Richtung entwickelt und ich in allen drei Disziplinen meine Geschwindigkeit steigern konnte.

Im Ziel wurde ich von den ersten drei Herren (Franz Löschke, Andi Dreitz, James Cunnama) empfangen. Durch den Sieg von Franz gingen beide Tagessiege an unseren Squad von Trainer Philipp Seipp!

Bei den Frauen kam Barbara Riveros auf den zweiten Platz und Nina Derron auf Platz drei.

Einen herzlichen Dank möchte ich an Nicola Spirig und Reto Hug sowie dem St. Moritzer Triathlonverein für die Organisation eines tollen Events aussprechen!

IMG_3542Nach dem Rennen gingen wir ziemlich schnell wieder in unser geregeltes Training über, welches mich auf meine kommenden Rennen vorbereiten soll.

Mein nächstes Rennen ist der Ironman 70.3 Zell am See in zwei Wochen, der mir als Formüberprüfung und WarmUp für die 70.3 WM dient.

An folgenden Rennen nehme ich in den kommenden Monaten teil:

27.08. Ironman 70.3 Zell am See

09.09. Ironman 70.3 WM Chattanooga

17.09. Challenge Davos

29.10. X Terra WM Maui

Meinen nächsten Bericht wird es nach dem Rennen in Zell am See geben!
Bis dahin, viele Grüße aus den Bergen!

Eure Laura

Sieg beim X-Terra France

Ich wollte ein Abenteuer und habe eines bekommen!
Bereits am Freitag ging es für mich in die wunderschönen Vogesen nach Xonrupt-Longemere, wo am Sonntag der Xterra France stattfand.

Das Wetter war leider sehr schlecht, es regnete bei kühlen Temperaturen eigentlich die gesamten drei Tage lang durch. Ich wusste, dass die X-Terra France Strecke eine der anspruchsvollsten im ganzen Crosstriathlonzirkus ist, entsprechend groß war meine Nervosität, wie ich mich wohl im Vergleich zu den Spezialistinnen schlagen würde.

Der erste Streckentest erfolgte am Freitag.

Auf dem MTB galt es zwei Runden á 20 Km und insgesamt 1600Hm zu überwinden. Ich begnügte mich mit einer Runde und fragte mich im Anschluß, wie ich am Sonntag noch eine weitere schaffen sollte.

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©Philipp Seipp

Die Strecke führt zu 90% über Singletrails bergauf und bergab. Die Feuchtigkeit verwandelte den Wald mit all seinen Wurzeln und Steinpassagen in eine einzige Rutschpartie. Ich fräste mich durch Schlamm, der teilweise bis zum Tretlager reichte. Ich war geschockt, so schwer hatte ich mir meine Aufgabe nicht vorgestellt.

Am Abend besichtigte ich die Laufstrecke, diese führt auf Singletrails 2 Runden quer durch den Wald und hat 300Hm. Bei meinem Test lief ich keinen Km unter 6Min, so begannen in mir erste Zweifel aufzusteigen, ob ich mich ausreichend auf dieses Rennen vorbereitet hatte.

Auf dem Bike hatte ich lediglich die letzten zwei Wochen trainiert. Ich wollte im Vorfeld durch die erhöhte Verletzungs-/ Sturzgefahr meine 70.3 Rennen nicht gefährden.

Im Traillaufen hatte ich gar keine Erfahrung mitgebracht. Ich erinnerte mich jedoch an die Worte meines Lauftechniktrainers Wolfgang Schweim, der mir beigebracht hat, „wie auf heißen Kohlen zu laufen“. Also Frequenz hoch und schöne, kleine Schritte machen. Dadurch verringert sich das Risiko umzuknicken und man „tänzelt“ über die Wurzeln und Felsen. So stellte ich es mir zumindest in der Theorie vor. ;-)

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©Carel du Plessis

Den Samstag vor dem Rennen verharrte ich die meiste Zeit des Tages in unserem VW Bus und hörte das Trommeln des Regens auf dem Hochdach und für den perfekten Kuschelfaktor sorgten zwei nasse Hunde ;-). Zum Glück wurde ich bei alldem von meiner Mama begleitet und kulinarisch bestens versorgt. Nach dem obligatorischen Radcheck und einem guten Mittagsschlaf stand noch ein kurzes Schwimmen im wunderschönen Lac de Longemere auf dem Plan und lockerte meine Muskeln ein letztes Mal etwas auf, bevor am nächsten Tag um 13:30 der Startschuss fallen sollte.

Das Rennen begann mit einem – inzwischen selten gewordenen – Massenstart. Verwöhnt von den Starts bei den Ironmanrennen, war die Waschmaschine inklusive einiger Schläge eine ungewohnte Situation für mich. Lange war ich zwischen anderen Athleten eingekeilt und schaffte es nicht, mich „frei“ zu schwimmen. Erst ab der Hälfte der Strecke bekam ich etwas Platz und konnte meinen Rhythmus finden. Ich stieg als 2. Frau aus dem Wasser und machte mich auf den Weg in die Wechselzone.

Dort lies ich erstmal viel Zeit liegen. Ich zog Socken an und auch schon direkt meine MTB Schuhe, da dies auf der Strecke dank dem BOA-Verschluß kaum möglich gewesen wäre.

Zudem musste ich einige Fragen klären: Handschuhe an ja/nein? Stirnband an ja/nein? Brille an ja/nein? Es war der wohl langsamste Wechsel meiner Triathlonlaufbahn.

Auf dem Rad angekommen begann die große Schlammschlacht. Schnell arbeitete ich mich von Position 3 an die Spitze vor. Als mir Philipp nach der ersten Runde einen Vorsprung von drei Minuten zurief, war ich mehr als überrascht.

Die Bedingungen waren nochmals schlechter als bei meinem Streckentest, da bereits am Morgen ca. 500 Starter der Decouverte Distanz die Wege zerpflügt hatten. Meine Schaltung und Kette hatten sich nach und nach so zugesetzt, dass sie kaum mehr funktionierten. Ich verlor mehrfach meine Kette und wurde zu Stopps gezwungen. Mit den Resten aus meinen Trinkflaschen gelang mir dann jedoch eine Säuberung, die dazu führte, dass ich die zweite Runde noch erfolgreich beenden konnte. Pampe scheint auch der Kette gut zu tun. :-)

Auf den Downhillpassagen fühlte ich mich super und konnte sogar den ein oder anderen Mann auffahren, dies bereitete mir natürlich besondere Freude. Die steilen Bergaufpassagen machten mir dagegen zu schaffen. Hier fehlt mir noch die Routine, um auch technisch knifflige Sektionen ohne Abstieg zu passieren.Trotz allen Schwierigkeiten konnte ich die Führung behaupten und sogar die schnellste Radzeit des Tages fahren.

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©Philipp Seipp

Mit etwas über 5 Min Vorsprung wechselte ich auf die Laufstrecke. Diese ging nach ein paar Metern entlang des Sees direkt den Berg hinauf. Ich versuchte besagte Technik anzuwenden und kam, bis auf einen Schuhverlust in einem Schlammloch und einen Sehverlust durch Schlamm in den Augen, sehr gut zurecht. Es machte sogar richtig Spaß und die 10Km vergingen wie im Flug. Dadurch dass man sich ständig hundertprozentig auf den Untergrund konzentrieren muss, spürte ich die Belastung weniger stark als bei meinen Mitteldistanzrennen.

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©Philipp Seipp

So konnte ich am Ende meinen Vorsprung sogar noch weiter Ausbauen und durfte als Siegerin mit 8 Minuten Vorsprung auf Brigitta Poor und Helena Erbenova die Ziellinie überqueren.

Was ein tolles Erlebnis, das mir definitiv Lust auf mehr gemacht hat!

Die Veranstalter haben ein tolles Rennen organisiert und die Franzosen feiern den Sport sogar bei schlechtem Wetter mit einem Enthusiasmus, der ansteckt. Chapeau!

Die Qualifikation für Maui habe ich nun in der Tasche und freue mich schon sehr dort am 29. Oktober an der Startlinie zu stehen und mich mit den Besten der Crossszene zu messen.

Bis dahin werde ich dann zusammen mit meinem Coach Philipp Seipp auch noch mehr an meiner MTB- und Traillauffom feilen. Erste Gelegenheiten dazu werde ich in den kommenden Wochen in unserem Trainingslager im Engadin finden.

Bevor es soweit ist, steht nächsten Sonntag der Mainova Ironman Frankfurt an, bei dem ich wieder als Teamkapitänin einer Mainova Staffel eine Mitteldistanz absolviere und gleichzeitig etwas Ironmanluft schnuppere.

Ich freue mich schon, viele von Euch in Frankfurt zu treffen und mir das Rennen vor Ort anzusehen!

Eure Laura

 

Sieg beim 70.3 Kraichgau – Frühjahrshattrick geglückt!

Ich bin an der Grenze zwischen Odenwald und dem Kraichgau, unweit des Austragungsort Bad Schönborn, aufgewachsen, des halb bin ich mit der Landschaft und ihren tückischen, kurzen Anstiegen bestens vertraut.

Man könnte sogar sagen, dass es mein Heimrennen ist. Aus diesem Grund war ich auch bei meinen letzten Starts besonders traurig, wenn es im Rennen für mich nicht rund lief. Einmal war es eine defekte elektronische Schaltung, das andere Mal hat mir mein Kopf einen Strich durch die Rechnung gemacht.

So lies ich das Rennen im vergangenen Jahr bewusst aus, um es mit etwas Abstand erneut zu versuchen.

Meinen beiden Siege auf Mallorca und in St.Pölten gaben mir Rückenwind und die direkte Vorbereitung verlief ebenfalls vielversprechend. Wenn ich die Tage vor dem Wettkampf dann noch bei meinen Eltern verbringen darf und ich dort entsprechend verwöhnt werde, muss ich eher aufpassen, dass ich nicht zu entspannt in den Wettkampf gehe.

Trotzdem stellten sich die Nervosität und Vorfreude ein, die essentiell für das Abrufen von Topleistungen sind, so dass ich schließlich dem Startschuss am Sonntag früh am Hardtsee entgegenfieberte.

Der Tag versprach, ein echter Sommertag zu werden, so wurde das Schwimmen die einzige Abkühlung des Tages. Unser kleines Damenfeld machte sich um 9:05 auf den Weg, um die 1,9Km zu absolvieren. Ich hatte einen guten Start und konnte mich direkt an der Spitze des Feldes positionieren und meinen eigenen Rhythmus schwimmen. Leider ist mir gegen Ende der Schwimmstrecke ein Fehler unterlaufen. Ich bin als einzige eine zusätzliche Boje vor dem Ausstieg geschwommen, wodurch ich meinen Vorsprung leider wieder verlor.

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Marcel Hilger

Nichtsdestoweniger konnte ich (ja, ich!) noch als erste Frau aus dem Wasser steigen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die stärksten Schwimmerinnen unseres Sports nicht am Start waren, dennoch freue ich mich sehr über die Verbesserung meiner eigenen Leistung in dieser Disziplin und hoffe diese, auch mit Blick auf die 70.3 WM, noch weiter ausbauen zu können.

Nach kleinen Kompatibilitätsproblemen zwischen Helm und Frisur stieg ich als 3. Frau aufs Rad und setzte mich bereits nach wenigen Kilometern an die Spitze und baute meinen Vorsprung über die 90Km lange Radstrecke mit über 1000Hm kontinuierlich aus.

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Marcel Hilger

Ich hatte richtig Freude beim Fahren und fühlte mich sehr gut. Erstmals kam ein Prototyp des Haero-Trinksystems zum Renneinsatz. Durch die Unebenheiten im Belags in den engen Ortschaften, löste sich leider die Halterung meines Trinksystems. Ich bangte um dessen Verbleib an meinem Rad, bzw. befürchtete ich, dass es sich kontinuierlich in Richtung des Vorderrads absetzt. So fuhr ich ab der Hälfte der Radstrecke stets mit einer Hand am Trinksystem, um dessen Absturz zu vermeiden. Dies führte letztlich dazu, dass meine zweite Hälfte von den Wattwerten etwas abfiel. Dennoch konnte ich auf eine starke Radfahrerin wie Yvonne van Vlerken fast 9 Min herausfahren. Beim Abstieg in der zweiten Wechselzone konnte ich, die mir zugerufene Zeit, kaum glauben. Die Umsetzung der Optimierungsvorschläge aus dem Windkanaltest mit Swiss Side scheinen sich bemerkbar gemacht zu haben.

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Marcel Hilger

Ich wechselte zuversichtlich in die Laufschuhe und machte mich auf den Weg, um die 21,2 Km lange Strecke, gespickt mit knackigen 120Hm, zu absolvieren.

Die Temperaturen waren mittlerweile auf über 30 Grad geklettert und ich wusste, dass ich nun alles tun musste, um mich gut zu verpflegen, mich zu kühlen und ein kontrolliertes Tempo zu laufen.

Die Stimmung an der Strecke war genial, so viele bekannte Gesichter, die mich anfeuerten und mir meinen Lauf über die drei Runden sehr kurzweilig gestalteten und mich motivierten Gas zu geben! Die Helfer leisteten einen tollen Job; es gab an allen Verpflegungsstationen ausreichend Trinken und Schwämme zum Kühlen. Eimal mehr ist mir eure Leistung bewusst geworden, vielen Dank!

Der Moment auf die Finishline abzubiegen und dieses tolle Rennen tatsächlich für mich entschieden zu haben, war genial und lässt sich mit nur einem Wort beschreiben: GÄNSEHAUT!

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Marcel Hilger

Der Frühjahrhattrick ist mir tatsächlich geglückt und ich konnte mein drittes 70.3 Rennen in Folge mit 12Minuten Vorsprung gewinnen.

Meine Glückwünsche gehen an Yvonne van Vlerken, die starke zweite wurde und an Lena Berlinger, die erstmals den Sprung auf ein 70.3 Podest geschafft hat, was mich sehr für sie freut!

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Marcel Hilger

Aktuell befinde ich mich durch die Resultate der vergangenen Wochen auf Platz 3 der 70.3 Weltrangliste. Darauf bin ich stolz und musste es natürlich fotografisch für Euch festhalten. :-)IMG_2895

Bis zum nächsten Rennen!

Eure Laura

 

Hier findet ihr noch eine kleine Auswahl an Berichten über das Rennen am vergangenen Wochenende:

TV-Reportage von Tri-Mag: http://tri-mag.de/szene/tv-reportage-vom-ironman-703-kraichgau-141747

Tri-Mag Zusammenfassung des Damen Rennens: http://tri-mag.de/szene/laura-philipp-zum-triple-141701

Tri- Mag Post Race Interview: http://tri-mag.de/szene/stark-rad-fahren-entspannt-laufen-141699

Tri-Mag Pre Race Interview: http://tri-mag.de/szene/schwung-letzten-rennen-mitnehmen-141659

Tri2b Interview Post Race: http://www.tri2b.com/magazin/interviews/detail/interview/laura-philipp-meine-offene-rechnung-mit-dem-kraichgau-ist-beglichen/

TriathlonWorld: http://www.tri2b.com/magazin/interviews/detail/interview/laura-philipp-meine-offene-rechnung-mit-dem-kraichgau-ist-beglichen/

Tri-Time Magazin: http://www.tritime-magazin.de/2017/06/kraichgau-kienle-philipp/

Runnersworld: http://www.runnersworld.de/triathlon/sebastian-kienle-dominiert-heimrennen.481908.htm

WitsUp: http://www.witsup.com/witsup-last-weekend-challenge-herning-challenge-venice-70-3-kraichgau-70-3-switzerland/

Zwei Siege in 8 Tagen

Ich freue mich sehr, mit zwei Siegen in meine neue Saison zu starten.

Die Ironman 70.3 Rennen auf Mallorca und in St.Pölten hätten unterschiedlicher nicht sein können, dennoch gelang es mir, beide mit großem Vorsprung für mich zu entscheiden.

Der 70.3 auf Mallorca war wie schon in den vergangen Jahren die Eröffnung der europäischen Triathlonsaison und dementsprechend hochkarätig besetzt. Im Gegensatz zum Regenrennen des Vorjahres war der Renntag von Sonnenschein und starkem Wind geprägt.

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Marcel Hilger

Die Arbeit, die ich im Winter ins Schwimmen investiert habe, hat sich nun erstmals ausgezahlt und so kam ich als 3. Frau aus dem Wasser. Der geringe Abstand von nur 1:15 min auf die Weltklasse-Athletin Lisa Norden macht mich sehr stolz und brachte mich von Beginn an in eine gute Ausgangsposition. So konnte ich bereits nach einigen Kilometern auf dem Rad die Führung übernehmen und diese auf den Anstiegen und technischen Abfahrten des Tramuntana Gebirges kontinuierlich ausbauen. Mein Vorhaben war es, besonders den beiden BMC-Etixx Athletinnen Emma Pallant und Amelia Watkinson, alles abzuverlangen, damit auch sie nicht mehr allzu frisch auf die Laufstrecke wechseln würden.

Der Plan ging auf und so hatte ich nach den 90Km ein Polster von einigen Minuten herausgefahren. Ich versuchte nun, mit einem kontrollierten Lauf meinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Dass ich am Ende sogar mit 5 Minuten Vorsprung siegte, konnte ich selbst kaum glauben. Zweite Frau wurde die Britin Emma Pallant (GB), die zwei Wochen vorher noch imposant Daniela Ryf auf Gran Canaria geschlagen hat und 3. ihre Teamkollegin Amelia Watkinson(NZL).

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Marcel Hilger

Am Tag nach dem Rennen durfte ich noch ein Shooting für meinen Partner Castelli absolvieren und lernte ganz neue Ecken meiner Lieblingsinsel Mallorca kennen.

Von Mallorca ging es für mich direkt weiter nach St.Pölten. Dort stand für mich nur 8 Tage später der Ironman 70.3 St.Pölten an, den ich im Vorjahr ebenso gewann. Der geringe Abstand zwischen den beiden Rennen bereitete mir etwas Sorge, da ich nicht wusste, ob ich ausreichend erholt an den Start gehen würde.

Ich versuchte mich jedoch, durch gute Ernährung und leichte Bewegung optimal zu erholen und je näher der Renntag kam, desto mehr fühlte ich mich bereit, erneut ein gutes Rennen abliefern zu können.

St.Pölten zeigte sich in den Tagen vor dem Rennen wettertechnisch noch von seiner sommerlichen Seite. Je näher das Rennen rückte, desto schlechter wurde das Wetter. Der Renntag war so dann leider durch extremen Regen und Kälte geprägt und stellte uns Athleten, aber auch Zuschauer und Organisatoren auf die Probe.

Aus der Vergangenheit wusste ich, dass ich mit diesen Bedingungen zurechtkomme, deshalb freute ich mich dennoch auf das Rennen. So konnte ich hochmotiviert erneut eine sehr gute Schwimmleistung abrufen und stieg als 1. Frau aus dem See. Diese perfekte Ausgangslage nutzte ich beim Radfahren, um dem Rennen meinen Stempel aufzudrücken. Es gelang mir erneut einen guten, mehrminütigen Abstand auf meine Verfolgerinnen herauszufahren, obwohl mir die Kälte stark zusetzte und ich etwas unterkühlt die zweite Wechselzone erreichte.

Da ich diesmal sowohl mein Trainer als auch ein Support-Team von Erdinger-Alkoholfrei mitgereist  waren, wurde ich jederzeit bestens über meinen Vorsprung informiert und konnte mir meine Kräfte beim abschließenden Lauf gut einteilen.

Nachdem meine Füße nach einigen Kilometern wieder aufgetaut waren, kam ich in einen guten Rhythmus und lief mit 1:20:00 noch den schnellsten Halbmarathon des Tages. Mit fast 10 Minuten Vorsprung konnte meinen Titel verteidigen.

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Marcel Hilger

Das ist ein unglaublich schönes Gefühl und eine Leistung auf die ich sehr stolz bin.
Vielen Dank für eure starke Unterstützung, ob an der Strecke oder zuhause vor dem Bildschirm! Ich bin nun richtig heiß auf die nächsten Rennen im Juni:

Ironman 70.3 im Kraichgau 11.Juni ’17 und Challenge Heilbronn am 18.Juni ’17.

Nach dem Rennen in St.Pölten durfte ich noch ein Shooting für meinen Sponsor CEP im wunderschönen Fuschl am See gemeinsam mit meinem Teamkollegen Nils Frommhold absolvieren. Wir hatten trotz müder Beine viel Spaß und ich bin gespannt auf die Bilder.

Zwei sehr ereignisreiche und anstrengende Wochen liegen nun hinter mir und ich genieße bis zu meinem nächsten Rennen erstmal ein paar ruhige Tage zuhause.

Bis bald,

Eure Laura

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Marcel Hilger

Hier eine kleine Auswahl spannender Berichte zu den beiden Rennen:

ORF :http://tvthek.orf.at/profile/Sport-20/2642577/Sport-20/13931059/Regen-als-Gegner-beim-Ironman-St-Poelten/14054800

Tri-Mag (Video) :http://tri-mag.de/szene/fuehrung-gegangen-und-nicht-mehr-umgedreht-141371

http://tri-mag.de/szene/reportage-vom-ironman-703-mallorca-141405

http://tri-mag.de/szene/allen-drei-disziplinen-stark-verbessert-141351

Slow-twitch http://www.slowtwitch.com/News/McNamee_Philipp_win_Mallorca_70.3_6358.html

Witsup http://www.witsup.com/witsup-last-weekend-70-3-mallorca-70-3-pays-daix/

runnersworld :http://www.runnersworld.de/triathlon/laura-philipp-verteidigt-sieg-auf-mallorca.478790.htm

1.Platz beim Frankfurt Halbmarathon

Nach dem Rennen in Dubai ging für mich nach ein Paar lockeren Tagen der Formaufbau für die neue Saison los. Ein wichtiger Baustein hierfür war ein 2,5 wöchiger Aufenthalt im Club La Santa auf Lanzarote.

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Dort konnte ich gemeinsam mit meinen Team Erdinger Alkoholfrei Kollegen viele wertvolle Kilometer in allen drei Disziplinen sammeln. Da ich bisher noch nie auf Lanzarote war, war es super schön, die vielen neuen Strecken zu erkunden. Dadurch vergingen die meisten Einheiten wie im Flug. Der Anstieg nach Tabayesco und die Feuerberge gefielen mir besonders gut und so fuhr ich dort einige meiner harten Intervalleinheiten. Von diesen gab es diesmal einige. So dass die Jungs und ich unserem Trainer Philipp Seipp liebevoll den Spitznamen „der Schleifer“ gaben. Geschliffen haben wir uns an einigen Tagen wirklich gefühlt, aber Philipp hat es mal wieder super gestaltet, das Be-und Entlastungstage genau im richtigen Verhältnis standen. So konnte ich alle Einheiten optimal durchziehen und das Maximum aus meinem Aufenthalt auf den Kanaren herausholen.

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Ein Dank geht an dieser Stelle unbedingt an meine zwei Leidensgenossen Flo Angert und Julian Erhardt („die Jungs“), die immer für ordentlich Gas gesorgt haben und mir das ein oder andere Mal hinter ihren breiten Schultern wertvollen Windschatten spendeten. :-)

Nach meiner Rückkehr war ich erstmal ordentlich müde. Glücklicherweise standen nun jedoch auch erstmal ein Paar erholsame Tage an. Die Ruhe war jedoch nur bis zum Wochenende geplant, denn da wollte ich für meinen Partner Mainova beim Frankfurt Halbmarathon starten.

Es war schon lange ein Wunsch von mir, mal einen schnellen Halbmarathon zu laufen, ohne vorher geschwommen oder radgefahren zu sein.

Meine Erwartungen für diesen Lauf waren wegen der Müdigkeit durch die Trainingswochen auf Lanzarote jedoch nicht allzu groß. Ich begab mich dennoch mit Vorfreude an den Start und wollte mich einfach überraschen lassen, was der „Tank“ aktuell so hergibt und den Lauf als schnelle Trainingseinheit nutzen.

Das Wetter war optimal, schön kühl, aber sonnig. Ich hatte vom Start weg richtig Lust zu laufen und fand einen guten Rhythmus. Dank ein paar schnellen Jungs hatte ich eine super Gruppe, in welcher ich mich auch in einigen Gegenwindpassagen teilweise „verstecken“ konnte.

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Über meine 10Km Durchgangszeit von 35:50 freute ich mich sehr. Sie beflügelte mich regelrecht und da ich mich super fühlte versuchte ich das Tempo weiter zu laufen und an den Jungs „dran“ zu bleiben. Das Tempo war teilweise recht unrhytmisch; manchmal zeigte die Uhr eine 3:20er Pace und ich begann mir Sorgen zu machen, teilweise war es aber auch eine 3:40 er Pace und ich konnte mich wieder etwas „erholen“. Insgesamt bin ich über die 21,1Km ein 3:35er Tempo/Km gelaufen und durfte mich über den Sieg und eine neue persönliche Bestzeit von 1:15:49 h freuen.

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Nach dem Rennen lief ich mich noch mit meinem Teamkollegen Nils Frommhold, der den Halbmarathon ebenfalls als schnelle Trainingseinheit nutzte, aus und hatte noch ein geselliges Treffen mit den Startern des Teams Mainova. Es war ein gelungener Formtest und ein schöner Sonntagsausflug nach Frankfurt.

Ende der Woche steht für mich nun mein nächster Leistungstest bei Trainings und Diagnostics in Zürich an. Dort werden mein Trainer und ich meine Form überprüfen und schauen, ob das Training von Lanzarote angeschlagen hat und sich alles nach unseren Vorstellungen entwickelt.

Die nächsten Wochen werden wir dann mit aktuellen Trainingsdaten weiter dem Formaufbau für mein nächstes großes Rennen, dem Ironman 70.3 auf Mallorca widmen. Dort möchte ich Anfang Mai versuchen, meinen Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen.

Ich wünsche Euch allen einen guten Start in die neue Saison und freue mich, wenn ihr meinen Weg weiterhin verfolgt!
Schaut doch einfach mal bei Facebook oder Instagram vorbei, dort bekommt ihr regelmäßig Eindrücke aus meinem Trainings- und Wettkampfgeschehen.

Eure Laura